Zitate: Vorbild, Nachahmung

Armselig der Schüler, der seinen Meister nicht übertrifft.

 Leonardo da Vinci, 1452-1519

Wenige Dinge auf Erden sind lästiger als die stumme Mahnung, die von einem guten Beispiel ausgeht.

Mark Twain 1835-1910

Worte sind Zwerge - Beispiele Riesen!

Unbekannt

Verkrüppelt wird heil, krumm wird gerade, leer wird voll, verschlissen wird neu, geringer Besitz soll bekommen, großer Besitz soll erschrecken. Darum der Berufene:
Er hegt die höchste Einheit und wird der Welt Vorbild.
Wirke auf das, was noch nicht da ist … ordne das, was noch verwirrt ist. Ein Baum von einem Klafter Umfang entsteht aus haarfeinem Halm, eine neunstufige Terrasse erhebt sich aus einem Häuflein Erde, eine tausend Meilen weite Reise beginnt vor deinem Fuß.

Laotse, 6. oder 4. - 3. Jh. v. Chr.

Ahme den Gang der Natur nach, ihr Geheimnis ist Geduld.

Ralph Waldo Emmerson

Das Schöne nachahmen und etwas schön nachahmen, ist nicht dasselbe.

Plutarch

Die meisten Menschen sind jemand anderes: Ihre Gedanken sind die Meinungen anderer, ihr Leben ist Nachahmung, ihre Leidenschaft sind Zitate.

Oscar Wilde

Gerade das Gegenteil tun ist auch eine Nachahmung

Georg Christoph Lichtenberg

Die Nachahmung kann nicht ruhen, bis sie die Abbildung womöglich an die Stelle des Abgebildeten setzt.

Johann Wolfgang von Goethe

Nenne mir ein so geschicktes Tier, dem ich nicht nachahmen könnte! so prahlte der Affe gegen den Fuchs. Der Fuchs aber erwiderte: Und du nenne mir ein so geringschätziges Tier, dem es einfallen könnte, dir nachzuahmen.
Schriftsteller meiner Nation! - Muß ich mich noch deutlicher erklären?

Gotthold Ephraim Lessing, 1729 – 1781, aus: Fabeln

Die Nachahmung ist uns angeboren, das Nachzuahmende wird nicht leicht erkannt. Selten wird das Treffliche gefunden, seltener geschätzt.

Johann Wolfgang von Goethe, aus: Lehrbrief aus Wilhelm Meister

Nun, es ist bei Kindern, die etwa dieses Lebensalter (5 ½ bis 7 Jahre, die Red.) erreicht haben, ja das vorhanden, was ich versuchte in den Vorträgen anzudeuten. Es scheint gewissermaßen schon dasjenige herein, was Autoritätsgefühl ist, es ist aber im wesentlichen noch die Sehnsucht nach der Nachahmung in der Hauptsache vorherrschend. Darnach muß denn auch das eingerichtet werden, was man mit solchen Kindern tut. [...] wenn die Kinder irgendwas zu tun bekommen wollen, dann werden wir versuchen, die einfachsten Arten gerade zu malen, zu modellieren, so durchzuführen, daß man ihnen die Sache vormacht, sie zuschauen läßt. Nicht wahr, bei Kindern, die dann den Zahnwechsel überschritten haben, macht man die Sache nicht vor, sondern da versucht man, ohne daß man es ihnen vormacht, sie dazu zu bringen, daß sie Eigenes machen. Nur wenn man also dann das Schreiben herausholen will aus dem Zeichnen oder Malen, so muß man auch da natürlich wiederum die Nachahmung zu Hilfe nehmen. Aber im wesentlichen würde man im Kindergarten für fünfeinhalb- bis siebenjährige versuchen, diese Dinge vorzumachen, die sie dann ihrerseits nachmachen, und man kann ja auf diese Weise eben das Nachahmungsprinzip hinüberleiten zu dem Prinzip des Autoritativen. [...]

Rudolf Steiner, aus: Die gesunde Entwickelung des Menschenwesens, GA 303, TB: S. 347

Es gibt keine andere vernünftige Erziehung, als Vorbild sein. Und wenn es nicht anders geht, ein abschreckendes Vorbild.

Albert Einstein, 1879-1955

Die meisten Menschen sind jemand anderes: Ihre Gedanken sind die Meinungen anderer, ihr Leben ist Nachahmung, ihre Leidenschaft sind Zitate.

Oscar Wilde

Es gibt zwei Zauberworte, welche angeben, wie das Kind in ein Verhältnis zu seiner Umgebung tritt. Diese sind: Nachahmung und Vorbild. […] Nicht moralische Redensarten, nicht vernünftige Belehrungen wirken aufbdas Kind in der angegebenen Richtung, sondern dasjenige, was die Erwachsenen in seiner Umgebung sichtbar vor seinen Augen tun.

Rudolf Steiner über Kinder im ersten Jahrsiebt

Das Prinzip der Nachahmung (oder, vom Objekt aus: der Ansteckung) wirkt fortwährend in der ganzen Natur.

Christian Morgenstern, 1871-1914

Neunundneunzig Hundertstel des Tuns aller Menschen erfolgt aufgrund von Nachahmung, Suggestion oder Instinkt. Ein Hundertstel wird dank der Vernunft in Freiheit vollzogen, und dieses eine Hundertstel treibt die Menschheit voran, ist das wahre Leben.

Leo N. Tolstoi

Geradeso wie der menschliche Leib sein gesundes Knochensystem braucht [...], so braucht der astralische Leib mit dem eingeschlossenen Ich, wenn er sich richtig entwickeln soll, in diesem Lebensalter Ideale. Das muss man ganz voll ernst nehmen. Ideale, diejenigen Begriffe, die einen Willenscharakter haben, Ideale mit Willenscharakter, das ist dasjenige, was wir jetzt als ein festes Gerüst dem astralischen Leib einfügen müssen. [...]
Das Mädchen neigt mehr nach dem Kosmischen hin, das heißt, wir müssen es mehr dadurch zum Ideal bringen, daß wir ihm die Taten des Helden erzählen [...]; mehr dasjenige beibringen, was Erlebnistatsachen sind. Dem Knaben müssen wir mehr die abgerundete Gestalt, die Charakterfigur beibringen.

Rudolf Steiner, aus: GA 302, S. 82 vom 16.6.1921

Und wenn wir nicht die Gelegenheit finden, zu einem Menschen zwischen dem vierzehnten, fünfzehnten und einundzwanzigsten Jahre so zu sprechen, daß man sich in naturgemäßer Weise mit ihm zu Idealen erheben kann, zu Idealen, die das Herz mit Freude durchdringen, so tut man diesem jungen Menschen [...] nichts besonders Gutes. Mit Menschen in diesen Jahren muß man von Idealen sprechen, von dem, was das spätere Leben unter allen Umständen dem richtig heranwachsenden Menschen bringen muß.

Rudolf Steiner, aus: GA 150, S. 20 vom 14.3.1913

Durch das natürliche Verhältnis von Autorität und Nachahmung bis zur Geschlechtsreife] entwickelt sich, indem das Kind in die Neigung zum Ideal hineinwächst, in der richtigen Weise der Sinn für das Gute. Das Kind müssen wir an uns halten, damit es bis zur Geschlechtsreife das Gute tut. Bis dahin müssen wir durch das gegenseitige Wechselverhältnis so wirken, dass das Kind das Gute tut. Es ist schon notwendig, wenn das elf‑, zwölf‑, dreizehnjährige Kind das Gute tut, dass so stark die Autorität des Erziehers hinter ihm steht, dass es in dem Moment, wo es das Gute tut, so fühlt, als ob es damit seinen Lehrer und Erzieher zufrieden macht. Und das Schlechte soll es meiden. Es soll fühlen, dass er von irgendeiner unbestimmten Seite kommt und unzufrieden ist. Irgendwo soll es den Erzieher vermuten. So soll es zusammenwachsen mit dem Lehrer und dem Erzieher. Es soll ihm erst mit der Geschlechtsreife entwachsen.

Rudolf Steiner, aus: GA 302, S. 136

Das Prinzip der Nachahmung

[…] Wir haben unterscheiden müssen das menschliche Leben bis zum Zahnwechsel und dann wiederum bis zur Geschlechtsreife, und ich habe versucht, Ihnen zu charakterisieren, wie anders die Kräfte sind in dem ersten menschlichen Lebensabschnitt als in dem zweiten. Das aber bedingt für beide Lebensabschnitte eine ganz verschiedene Art des seelischen Erlebens. Einfach dadurch, dass das Vorstellungsmäßige auf jene innere Verhärtung des menschlichen Leibes geht in der ersten Lebensepoche, die ihre Kulmination erlebt im Zahnwechsel um das siebente Jahr, ist für den Menschen in dieser Zeit das wichtigste Kommunikationsmittel in seiner menschlichen Umgebung das Prinzip der Nachahmung. Alles, was der Mensch in diesen Jahren vollzieht bis zum Zahnwechsel, vollzieht er aus dem Prinzip der Nachahmung. Es ist so unendlich wichtig, was die Umgebung eines Kindes tut in diesem Lebensalter; denn das Kind macht einfach nach. Es gehört zu den Kräften dieses Lebensalters, dass das Kind nachmacht. Und dieses Nachmachen hängt zusammen mit denselben Kräften, die die zweiten Zähne aus dem Kiefer herausholen. Es sind dieselben Kräfte und wir haben gesehen, es sind die vorstellenden Kräfte. Die vorstellenden Kräfte sind zugleich die gestaltenden Kräfte. Es sind die Kräfte, die im Prinzip des Nachahmens im Kinde wirken. Denken Sie sich, was das heißt, wenn man das einsieht nicht nur mit dem Verstande, nicht bloß intellektuell, wenn man das einsieht mit dem ganzen Menschen, mit der ganzen Seele, wenn man dafür volles universell menschliches Verständnis hat! Das heißt, ich weiß, wenn ich vor einem noch nicht siebenjährigen Kinde etwas tue, so tue ich das nicht nur für mich, sondern es setzt sich mein Tun in das Tun des Kindes hinein fort. Ich bin nicht allein mit meinem Tun. Wir werden sehen: ich bin nicht allein mit meinem Tun, mit meinem Wollen, mit meinem Fühlen, ich bin nicht allein mit meinem Denken oder Vorstellen, denn die wirken als Imponderabilien.

Rudolf Steiner, GA 301, 3. Vortrag

Grade das Gegenteil tun heißt auch nachahmen, es heißt nämlich das Gegenteil nachahmen.

Georg Christoph Lichtenberg

Zu den Kräften, welche bildsam auf die physischen Organe wirken, gehört also Freude an und mit der Umgebung. Heitere Mienen der Erzieher, und vor allem redliche, keine erzwungene Liebe. … Wenn die Nachahmung gesunder Vorbilder in solcher Atmosphäre der Liebe möglich ist, dann ist das Kind in seinem richtigen Elemente.

Rudolf Steiner, aus: Die Erziehung des Kindes vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

...Nun, es ist bei Kindern, die etwa dieses Lebensalter erreicht haben, ja das vorhanden, was ich versuchte in den Vorträgen anzudeuten. Es scheint gewissermaßen schon dasjenige herein, was Autoritätsgefühl ist, es ist aber im wesentlichen noch die Sehnsucht nach der Nachahmung in der Hauptsache vorherrschend. Darnach muß denn auch das eingerichtet werden, was man mit solchen Kindern tut. ... wenn die Kinder irgendwas zu tun bekommen wollen, dann werden wir versuchen, die einfachsten Arten gerade zu malen, zu modellieren, so durchzuführen, daß man ihnen die Sache vormacht, sie zuschauen läßt. Nicht wahr, bei Kindern, die dann den Zahnwechsel überschritten haben, macht man die Sache nicht vor, sondern da versucht man, ohne daß man es ihnen vormacht, sie dazu zu bringen, daß sie Eigenes machen. Nur wenn man also dann das Schreiben herausholen will aus dem Zeichnen oder Malen, so muß man auch da natürlich wiederum die Nachahmung zu Hilfe nehmen. Aber im wesentlichen würde man im Kindergarten für fünfeinhalb- bis siebenjährige versuchen, diese Dinge vorzumachen, die sie dann ihrerseits nachmachen, und man kann ja auf diese Weise eben das Nachahmungsprinzip hinüberleiten zu dem Prinzip des Autoritativen. ...

Rudolf Steiner, aus: Die gesunde Entwickelung des Menschenwesens, GA 303, TB: S. 347