Zitate: Sinne

Übertriebene Farben fährden das Sehen.
Überstiegene Töne töten das Hören.
Überspitzte Kost kostet den Geschmack.
Überreizte Erregung erregt Unnatürlichkeit.
Überhäufter Besitz besitzt den Besitzenden.
Also der Erwachte:
Ihn verleitet nicht Zeitliches.
Ihn leitet das Zeitlose.

Laotse,  Tao Te King

Der Künstler ist nur ein Aufnahmeorgan, ein Registrierapparat für Sinnesempfindungen, aber, weiß Gott, ein guter, empfindlich komplizierter, besonders im Vergleich zu den andern Menschen.

Paul Cézanne, (1839 - 1906)

Das Auge ist der Urheber und der Erhalter oder Vernichter der Liebe.

 Gottfried Keller

Sie sieht mit dem Gemüt,
nicht mit den Augen.

William Shakespeare, aus: Ein Sommernachtstraum

Zwischen dem 7. Jahre ungefähr und dem 14., 15. Jahre ist das Kind aus dem Sinnesorgan ganz Seele geworden, noch nicht Geist, noch nicht so, daß es den Hauptwert auf den logischen Zusammenhang, auf das Intellektualistische legt; da würde es innerlich in der Seele verknöchern. Für das Kind zwischen dem 7. und dem 14. Jahre hat es eine viel größere Bedeutung, wenn wir vermögen in liebevoller Weise ihm irgendetwas beizubringen, als es ihm zu beweisen. Es hat viel größeren Wert, wenn wir Gemüt durch irgendeine Lehre gehen lassen können, als Logik; das Kind braucht nicht die Logik, das Kind braucht uns, braucht unsere Menschlichkeit.

Rudolf Steiner (1861-1925), aus: Die geistig-seelischen Grundkräfte der Erziehungskunst

Der Mensch bildet sich von seinem Haupte aus;
er ist noch ganz Sinnesorgan und Plastiker.

Rudolf Steiner (1861-1925) , aus: Erziehungs- und Unterrichtsmethoden auf anthroposophischer Grundlage, (GA 304)

Laß es mich hören
Und ich vergesse,
laß es mich sehen
und ich erinnere,
laß es mich tun
und ich behalte.

Konfuzius

Schließe Dein leibliches Auge, damit Du mit dem geistigen Auge zuerst sehest Dein Bild. Dafür fördere zu Tage, was Du im Dunkeln gesehen, dass es zurück wirke auf andere von außen nach innen.

C. D. Friedrich aus: Denken Schauen Sinnen, Freies Geistesleben 1960

Manche Menschen tun Dinge in einer den normalen Menschen unähnlichen Weise, sie haben eine besondere Art, etwas zu denken, sie können Informationen bzw. Wahrnehmungen verwenden, die normale Menschen nicht verwenden können.

Qian Xue Shen

Die Sinne trügen nicht, aber das Urteil trügt.

Johann Wolfgang von Goethe, aus: Maximen und Reflexionen

Die Augen glauben sich selbst, die Ohren andern Leuten.

 unbekannt

Es hört doch jeder nur, was er versteht.

Johann Wolfgang von Goethe

Wär' nicht das Auge sonnenhaft,
Die Sonne könnt' es nie erblicken;
Läg' nicht in uns des Gottes eigne Kraft,
Wie könnt' uns Göttliches entzücken?

Goethe

Der Mensch ist eine Sonne, seine Sinne sind seine Planeten.

Novalis, aus: Fragmente

Einer der Wirkungen der Furcht ist es, die Sinne zu verwirren und zu machen, dass uns die Dinge anders erscheinen als sie sind.

Cervantes

Pflanzen wirken auf den Pflanzensinn des Menschen, Tiere auf den Tiersinn, Steine auf den Steinsinn des Menschen ....

Novalis, 1772-1801, aus: Fragmente, Von der geheimen Welt

Die Sinne sind an den Tieren, was Blätter und Blüten an den Pflanzen sind. Die Bluten sind Allegorien des Bewußtseins oder des Kopfs. Eine höhere Fortpflanzung ist der Zweck dieser höheren Blüte, eine höhere Erhaltung: bei den Menschen ist es das Organ der Unsterblichkeit, einer progressiven Fortpflanzung der Personalität. Merkwürdige Folgerungen für beide Reiche.

Novalis, 1772-1801, aus: Fragmente, Von der geheimen Welt

Die Einteilung in fünf Sinne ist ganz unrichtig. Unsre Sinne sind höhere Tiere. Aus ihnen entsteht ein noch höherer Animalismus.

Novalis, 1772-1801, aus: Fragmente, Von der geheimen Welt

Nerven sind höhere Wurzeln der Sinne.

Novalis, 1772-1801, aus: Fragmente, Von der geheimen Welt

Die Sinne sind unzuverlässige Freunde, nicht selten heimliche Feinde, und nur dann treue Diener, wenn sie von der Vernunft beherrscht werden.

Graf Christian Ernst von Bentzel-Sternau, 1767 - 1849

Man sieht oft etwas hundertmal, tausendmal, ehe man es zum allerersten Mal wirklich sieht.

Christian Morgenstern

Das Kind als großes Sinnesorgan

[...] [Das Kind bis zum Zahnwechsel:] Es ist da ein großer Sinnesorganismus. Es nimmt die Eindrücke der Außenwelt nur so auf, wie die Sinne sie aufnehmen, die Eindrücke, die ausgehen von den Handlungen, aber auch von den Gedanken und Empfindungen der Erzieher. Das Kind ist, indem es hingegeben ist an die Umgebung, zu gleicher Zeit ein Wesen, das plastisch an seinem ganzen Menschen arbeitet. Es ist wunderbar zu sehen, dieses innere Geheimnis der menschlichen eigenen Plastik in den ersten sieben Lebensjahren - ich habe gesagt, allerdings nur approximativ - bis zum Zahnwechsel. Dadurch, dass das Kind das Gesehene und Gehörte plastisch umwächst, ist es ganz und gar ein nachahmendes Wesen; es ahmt alles nach, was getan wird. Alles Übrige, was wir sprechen, ist im Grunde genommen eine Illusion als Erziehungsprinzip. - Die Art und Weise, wie wir sprechen, ob wir es ermahnen oder nicht, dasjenige, was wir tun, geht plastisch in das Innere des Kindes hinein, das ist seine Erziehungskraft. Wir geben uns nur der Illusion hin, dass das Kind auch in diesen Jahren etwas hat von «Ermahnen», von «Gebote geben» und dergleichen. Das Kind muss ganz darauf gestimmt sein, dass man in seiner Gegenwart nur dasjenige denkt, wovon man will, dass das Kind es aufnimmt in diesen Jahren. [...]

Rudolf Steiner, GA 304, 19. April 1922

Der Mensch ist eine Sonne, seine Sinne sind seine Planeten.

Novalis, aus: Fragmente