Das kindliche Spiel

Nachahmend ergreifen kleine Kinder im Spiel die Natur und ihre kulturelle Umwelt und bilden nach, was sie um sich wahrnehmen. So werden die Grundlagen für ein späteres Weltverstehen gelegt. Spielend bilden sie alles nach, was um sie lebt. Vom „Greifen" über „Ergreifen" zum „Begreifen" führt das kindliche Spiel. So kann das kleine Kind mit Händen und Füßen tätig werden, mit allen seinen Sinnen die Welt erleben. Es wird der Gleichgewichtssinn gefördert und kommt zu einer immer besseren Körperbeherrschung. Aber auch die Feinmotorik wird im Spiel geschult. Das Kind kann die Welt gestalten, weil es sie ergriffen hat. Diese Erkenntnis erwächst später aus der Erfahrung der frühen Jahre.

Kindheit ist Spielzeit

Peter Lang vom Waldorfkindergartenseminar schreibt: „Das Spiel des ganz kleinen Kindes, noch vor dem Kindergartenalter, ist bestimmt durch das Verlangen, alles in spielende Tätigkeit umzusetzen, was es über seine Sinne aufnimmt. Wahrnehmen und Tun gehören noch ganz eng zusammen. Das Spiel des kleinen Kindes ist weitgehend zweckfrei, es ist reine Tätigkeit - und dabei lernt das Kind die Dinge der Welt vorurteilsfrei kennen: Stoffe, Formen und Farben, die Elemente der Natur und physikalische Gesetze wie Statik oder Schwerkraft. Die Spielmaterialien, mit denen kleine Kinder umgehen, sollten „echt" und in ihrer Formgebung noch nicht fertig ausgestaltet sein, damit die Sinne, die Phantasie, die Vorstellungen nicht getäuscht, sondern angeregt werden.
Im Kindergarten, etwa zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr, tritt zu dieser ersten Spielphase mehr und mehr die erwachende Phantasie des Kindes hinzu. Das Wahrgenommene wird jetzt innerlich bewegt, umgeformt und spielend neu gestaltet. Das Kind wird zum Schöpfer einer neuen, seiner eigenen Welt. Der Psychologe William Stern nennt die kindliche Phantasie die Schöpferkraft des Menschen und bemerkt, dass der Mensch in dieser frühen Lebensphase diese Kraft so einsetzen kann, wie nie mehr in seinem späteren Leben."

Die ureigenste Ausdrucksform ist das Spiel

Das Kind setzt sich im Spiel mit seiner Umwelt auseinander und schafft sich so die Möglichkeit, mit seinen Gefühlen wie Freude, Traurigkeit, Wut, Angst, Begeisterung, Alleinsein umzugehen. Kinder erleben Gemeinsamkeit, Freundschaften entstehen, und die eigenen Stärken und Schwächen - wie auch die der anderen -, sowie Erfolg und Misserfolg sind notwendige Lernschritte. Das Spiel ermöglicht den Kindern, sich neues Wissen und Können anzueignen, Zusammenhänge zu verstehen und Gesetzmäßigkeiten zu entdecken.

Im Freispiel haben die Kindergartenkinder die Möglichkeit, ihre Spielorte, die Spielpartner und das Material selbständig zu wählen und können sich frei entfalten. Gerade das Freispiel führt zur Ausbildung der „Kompetenzen" wie: Kreativität und Konzentration, Spontaneität und Geschicklichkeit, Phantasie, Ordnung, Sprachkompetenz, Fähigkeit zur Rücksichtnahme, Kompromissbereitschaft und Konfliktbewältigung.

 Weiterer Link zum Thema aus dem:

Waldorfkindergarten Bingenheim

und aus dem:

Online-Handbuch Waldorfpädagogik (unter 2.)


Mehr Zeit und Raum für das freie Spiel

Jedes Kind ist ein einzigartiges Individuum. Über die kulturell und erblich bedingten Eigenarten hinaus leben besondere Erwartungen, Begabungen, Schwierigkeiten und Wünsche  in seiner Seele. Wie können wir als Erzieher erreichen, dass jedes Kind seinem Rhythmus und seinen Möglichkeiten entsprechend sich entwickeln und lernen kann? Dass sich jedes Kind respektiert und wahrgenommen fühlt mit all seinen Eigenarten - und gleichzeitig Entwicklungsanstösse bekommt...

Ein Hirnforscher erklärt, was Kinder mehr als alles andere von ihren Eltern brauchen

Eltern wollen ihre Kinder so gut wie möglich auf das Leben vorbereiten: Mit intelligenzfördernden Spielsachen, Musik- und Englischunterricht und Rechenübungen noch vor der Einschulung. In Kindergärten und Vorschulen wird inzwischen nicht mehr nur getobt und gebastelt, sondern schon gefördert.

Hier zum Artikel: Ein Hirnforscher erklärt ... ,Huffington Post Nov16


03.05.17

Rettet das Spiel

Prof. Dr. Gerald Hüter, Dr. phil. Christoph Quarch - Huffingtonpost vom 02.05.17

Wir Menschen sind wunderbare Wesen. Wir verfügen über eine Fähigkeit, die uns unglaubliche Möglichkeiten eröffnet: Wir können zeitlebens Neues hinzulernen. Ausgestattet mit lernfähigen Gehirnen sind wir in der Lage, die Welt, in der wir leben, nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Das haben wir getan. Und wie wir das getan haben!...

Lesen Sie den ganzen Artikel: Rettet das Spiel - Huffington Post vom 02.05.17

Spiel und Spielzeug

Sieben oder acht Jahre des Sichbewegens und Spielens sind notwendig, um einem Kind die sensomotorische Fähigkeit zu vermitteln, die als Grundlage für seine intellektuelle, soziale und persönliche Entwicklung dienen kann.
Jean Ayres, Bausteine der kindlichen Entwicklung. Das Kind will mit allen Sinnen erleben, sich mit dem ganzen Körper bewegen, mit Händen und Füßen tätig sein, seine Umwelt ergreifen, begreifen. Die schönsten Spiele entstehen dort, wo es "nichts" zum Spielen gibt, es aber sinnlich stark angeregt wird, z.B. in der Natur... Lesen Sie weiter unter:

Spiel und Spielzeug - Vereinigung der Waldorfkindergärten


Theater im Kindergarten

Erwachsene brauchen Kurse und Therapien, um phantasie- und lustvoll Spielszenen improvisieren zu können - Kinder tun das von alleine ...

Lesen Sie weiter unter: Erziehungskunst September 2011, Theater im Kindergarten


Spielphasen vom ersten Lebensmonat bis zum zehnten Lebensjahr

Wie Eltern die Entwicklung des kindlichen Spiels liebevoll begleiten können

Spielen ist ein natürliches Grundbedürfnis und wichtig für die gesunde körperliche und seelische Entwicklung von Kindern...

Weiter unter: spielundzukunft.de - Wie Kinder spielend sich entwickeln


Die Bildsprache des Spiels

Von Maria Luisa Nüesch, Gerda Salis Gross, Juni 2012

Die Sprache des Herzens spricht weder beim Puzzle noch beim Computerspiel oder bei den Olympischen Spielen. Maria Luisa Nüesch vom Verein Spielraum-Lebensraum e.V. und Gerda Salis Gross, Waldorflehrerin und Sonderpädagogin für Spiel und Spielforschung, zeigen, wie Kinder im freien Spiel Erfahrungen verarbeiten.

Mehr unter: Erzienhungskunst Juni 2012



Buchtipp:

Albert Vinzens (Hrsg.)

Lasst die Kinder spielen*

In den gegenwärtigen Bildungsplänen für Kindergärten und Kindertagesstätten wird vor allem das Lernen und Experimentieren in den Blick genommen und das Schuleintrittsalter vorverlegt, das Spiel in seinen verschiedenen Facetten dagegen vernachlässigt. Dabei ist das ungebundene Spielen für Kinder der entscheidende Freiraum, in dem sie sich entfalten und entwickeln können, unbeeinflusst von Vorgaben der Erwachsenen. 

Mehr Zeit zum Spielen, bitte!

Die Autoren bieten Anregungen und Gesichtspunkte für eine Erziehung, die auf die Bedeutung des Spiels setzt - statt auf Beschleunigung durch einseitig kognitive Lernleistungen - und das heranwachsende Kind in seinem individuellen Entwicklungsweg fördert. Lasst die Kinder spielen ist ein leidenschaftliches Plädoyer für einen lebensnotwendigen Freiraum menschlicher Existenz- und Lernfähigkeit.


01.02.13

Ausgespielt. Über das Spiel an sich

Von Albert Vinzens, Februar 2013

Das Spielen wird vernachlässigt. Den Kindern wird es weggenommen und die Denker interessieren sich nicht dafür.

Hier geht es zum Artikel: Ausgespielt, Erziehungskunst Febr.13

Das Spiel der kleinen Kinder

Von Susanne Krafft, Februar 2013

»Die Spiele der Kinder sind, ungleich den unsrigen, nichts als die Äußerung ernster Tätigkeiten, aber in leichtesten Flügelkleidern.« Nehmen wir ernst, was Jean Paul unter Spiel versteht? Die Waldorferzieherin Susanne Krafft beobachtet das kindliche Spiel in der Kinderstube des Bildungshauses der Freien Waldorfschule Kassel...

Weiter: Das Spiel der kleinen Kinder, Erziehungskunst Febr13

Spielen und Lernen. Das Kinderspiel ist kein unnötiger Luxus, sondern bildet, wie die Forschung zeigt

Von Christian Rittelmeyer, Februar 2013

Vor Beginn der Olympischen Spiele in Peking berichteten Presse, Rundfunk und Fernsehen häufig über Politik, Kultur und Alltagsleben in China. Dem Erziehungswissenschaftler Christian Rittelmeyer ist eine Fernsehsendung in Erinnerung, in der eine sogenannte Elite-Vorschule für drei- bis fünfjährige Kinder gezeigt wurde. Stolz erzählte der Leiter, man habe das Spielen aus dem Programm gestrichen, um die geistige Entwicklung der Kinder durch Unterricht optimal zu fördern. Irgendeine Art des nutzlosen Zeitvertreibs, zu dem auch das Spielen zu rechnen sei, gebe es hier nicht...

Weiter: Spielen und Lernen, Erziehungskunst Februar 2013


Albert Vinzens im Gespräch mit Doris Kleinau-Metzler

Spielen ist mehr!

A tempo, Nr 153 | September 2012

Wenn man Berichte über Bildungspläne, mehrsprachige Kindergärten und Fähigkeiten, die Kinder für die Zukunft brauchen, liest, müsste man im Grunde staunen: Wie klappte das eigentlich früher, als wir aufwuchsen? Haben wir überhaupt genug gelernt? Wir verbrachten viel mehr Zeit zu Hause als Kinder heute, oft spielend mit den Nachbarkindern auf der Straße...

Hier geht es zum Artikel: A tempo, Spielen ist mehr


Kleine Geschichte des Spielzeugs

Von Walter Kraul, Februar 2013

Solange Menschen auf der Erde sind, spielen sie und nicht nur als Kinder, sondern auch als Erwachsene. In Mythen, Sagen und Märchen spielen Spiele eine zentrale Rolle; ihr Ursprung wird alten Mysterien, die in vorgeschichtlichen Zeiten die Zentren geistigen Lebens waren, zugeschrieben. Man findet sie in Grabbeigaben, in zahlreichen Abbildungen und Schriftstellen aus alten Zeiten und allen Kulturen. ..

Lesen Sie weiter: Erziehungskunst Febr.13


Kleine und große Baumeister

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser!

Sven baut mit Lara eine Höhle. Tücher, Stühle, Klammern, Schnüre, Seile, Kissen, Decken – alles wird herangeschleppt. Es ist ganz still in der Höhle und ziemlich gemütlich. Die Kinder spielen nach – sie erinnern sich –, spielen heraus, was leicht oder auch schwer in ihnen liegt, was sie aufgenommen haben, zerlegen es in Bruchstücke und Rollen, bauen sie um, variieren sie.

Lesen Sie den ganzen Artikel: Erziehungskunst Juni 2014, Editorial

 


07.12.16

 

Ein Hirnforscher erklärt: Wie Eltern ihren Kindern den wichtigsten Aspekt ihrer Kindheit stehlen


Noch bevor ein Kind auf die Welt kommt, haben seine Eltern schon eine Vorstellung davon, was sie in der Erziehung besser machen wollen. Besser als die eigenen Eltern, besser als die Freunde, besser als die Nachbarn. ...

Weiter hier: Ein Hirnforscher erklärt, The Huffington Post


Zitate: Spiel