Bewegung und Spiel

Leben ist Bewegung und ohne Bewegung findet Leben nicht statt.
                       Moshe Feldenkrais
Der Mensch ist nur ganz Mensch, wo er spielt.
                      Friedrich Schiller

Bewegung und Spiel, das sind die grundlegenden Ausdrucksformen des Kindes. Dadurch lernt es seinen Körper kennen, stärkt ihn und übt sich dabei in Körperbeherrschung. Außerdem beeinflusst die Fähigkeit, sich zu bewegen, nachweislich den Spracherwerb. Im kindlichen Spiel wird die Welt entdeckt, durch zupackendes Tun auf spielerische Weise verändert. Das kleine Kind im ersten Jahrsiebt geht ganz auf in diesem ihm eigenen Element. Das Spielen dient nicht nur der Beschäftigung, sondern es ermöglicht dem Kind einen schöpferischen Umgang mit seiner Umgebung. Aus diesem Gunde sind die Spielmaterialien im Waldorfkindergarten so natürlich und einfach wie möglich, um die Phantasie anzuregen.

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Das kindliche Spiel                     

Waldorfspielzeug

Schöpferischer Umgang mit der Umwelt

Die seelische und geistige Befindlichkeit des Kindes korrespondiert mit der körperlichen Beweglichkeit, denn wer sein körperliches Gleichgewicht nicht halten kann, der bekommt auch eher Probleme mit der seelischen Balance. Dem natürlichen Bewegungsdrang des kleinen Kindes kommt man dadurch entgegen, dass viel Zeit im Garten zugebracht wird. Im Spiel wird die Geschicklichkeit erprobt, der Gleichgewichtssinn angeregt, die Kräfte werden gemessen. Für den Gleichgewichtssinn sind - vor allem für die Kinder im Vorschulalter - Stelzenlaufen und Seilspringen eine gute Übung, auch das Balancieren über Holzstücke gehört dazu. Auch Spaziergänge im Umfeld des Kindergartens und Spielen und Klettern auf dem Spielplatz finden statt.

Aber auch die Feinmotorik wird gefördert durch Fingerspiele, handwerkliche Tätigkeiten und anderes. Der Spracherwerb wird hierdurch entscheidend gefördert.

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Sprachkompetenz und Musikerziehung

Sprachentwicklung und Sprachförderung

Gehen, Sprechen, Denken

Bildnerisches Gestalten

Die Körper- und Bewegungskompetenz ist gerade heutzutage wichtig, denn viele Kinder leiden unter Bewegungsmangel und auch ihre Grob- und Feinmotorik ist häufig unzureichend entwickelt. Die Eurythmie ist eine besondere Form der Bewegung, die durch bestimmte vorgegebene Bewegungsabläufe eine gezielte Förderung ermöglicht.

Von Spiel und Bewegung zum Begreifen

Durch die Bewegung, die Sinnesschulung und die künstlerischen Tätigkeiten wird der Grundstock für eine gesunde Entwicklung des Kindes gelegt. „Be-greifen": schon das Wort zeigt auf, dass die Welt durch die Berührung, durch das Greifen be-griffen wird. Aber Bewegung bedeutet auch, das Denken anzuregen, denn Denkprozesse werden durch Bewegung unterstützt, da wichtige Gehirnteile hierdurch vernetzt werden. Durch ständiges Stillsitzen wird auf Dauer kein Lernprozess angeregt. Jede Tätigkeit, jede Bewegung schlägt sich beim kleinen Kind in neurologischen Strukturen nieder.

Kinder, die in Bewegung sind, lernen spielerischer und auch nachhaltiger. Auch erfahren sie durch die Bewegung, durch das Spiel ihre eigenen Grenzen. Sie lernen ihre leiblichen Grenzen, aber auch ihre individuellen Grenzen kennen, was ihre Fähigkeiten angeht. Und nicht zuletzt lernen sie Regeln zu erfahren und einzuhalten, Grenzen, die für ein soziales Miteinander unabdingbar sind.  

Rhythmisch wiederholte Abläufe und Tätigkeiten in Spiel und Bewegung helfen den Kindern, sich selbst zu erfahren, ihre Leibesentwicklung zu stärken und ein positives Körpergefühl zu erlangen.

Mehr dazu: Rhythmische Abläufe

Buchbesprechung Erziehungskunst Dez.09: Handbuch Sprachförderung durch Bewegung

01.06.13

Bewegtes Gleichgewicht

Juni 2013

Der kleine Manuel liegt in seinem Bettchen und strampelt wild mit Armen und Beinen. Seine Schwester schaut zu ihm rein und fragt: »Warum zappelt Manu denn so in der Luft herum?« Die Mutter antwortet ihr: »Weißt Du, er muss erst einmal lernen, wie er seine Ärmchen und Beinchen richtig bewegen kann.« – »Musste ich das auch lernen?«, fragt die Schwester nach. »Ja, natürlich. Und jetzt kannst Du schon Seilspringen!« Die Schwester schaut noch mal vergewissernd hinein: »Aber ich bin doch viel langsamer!«

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Das Spielen

Aufgabe der Kinder ist das Spielen. Spielzeug ist pädagogisch betrachtet, Lebenszeug. Kindheit ist für Alle, natürlich auch für die Eltern gelegentlich anstrengend. Nehmen Sie sich trotzdem die Zeit zum Mitspielen, denn wertvoller als alles Spielzeug der Welt sind für das Kind seine Eltern selbst.

In den ersten Lebensjahren leben Kinder sehr stark in der Nachahmung. Wir Erwachsenen sind in dieser einmaligen Zeit wichtigster Entwicklungsschritte die großen Vorbilder.

Gemeinsames, aufmerksames Mitspielen vertieft das gegenseitige sich Kennen- und Vertrauen lernen. Das Erziehen von Kindern ist dabei oft auch ein sich selbst Erziehen. Unsere Stärken und Schwächen fließen, gewollt oder nicht, in die Wesenszüge der Kinder ein.


Zitate: Eurythmie, Bewegung

Zitate: Spiel