Zitate: Natur

Alles, was die Natur selbst anordnet, ist zu irgendeiner Absicht gut. Die ganze Natur überhaupt ist eigentlich nichts anderes, als ein Zusammenhang von Erscheinungen nach Regeln; und es gibt überall keine Regellosigkeit.

Immanuel Kant, 1724-1804

Es ist wichtiger, daß sich jemand über eine Rosenblüte freut, als daß er ihre Wurzeln unter das Mikroskop bringt.

Wilde, Oscar

Steine sind stumme Lehrer, sie machen den Beobachter stumm, und das Beste, was man von ihnen lernt, ist nicht mitzuteilen.

Goethe, aus: Maximen und Reflexionen

Der Poet versteht die Natur besser als der wissenschaftliche Kopf.

 Novalis, 1772 - 1801

Doch gibt's kein Mittel,
die Natur zu bessern,
Das die Natur nicht selbst
schafft

William Shakespeare, aus: Das Wintermärchen

Mutter Natur ist das Buch, das man lesen und sehen muß.

Anton Cechov

Der Mensch ist ein Teil der Natur und nicht etwas, das zu ihr im Widerspruch steht.

Bertrand Russell, 1872-1970

Das Gebildete wird sogleich wieder umgebildet, und wir haben uns, wenn wir einigermaßen zum lebendigen Anschaun der Natur gelangen wollen, selbst so beweglich und bildsam zu erhalten, nach dem Beispiele, mit dem sie uns vorgeht.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, 
aus: Bildung und Umbildung organischer Naturen

Die Beschäftigung mit der Natur ist die unschuldigste.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Ich war öfters mit der Natur im Streite, aber ich habe immer damit geendigt, sie um Pardon zu bitten. Wenn ich mit einem Menschen disputiere, so bin ich niemals ganz sicher, wen von uns beiden recht hat, aber im Streite mit der Natur weiß ich von vornherein, dass sie es ist, die recht hat.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Die Natur, so mannigfaltig sie erscheint, ist doch immer ein Eines, eine Einheit, und so muß, wenn sie sich teilweise manifestiert, alles übrige diesem zur Grundlage dienen, dieses 9in dem übrigen Zusammenhang haben.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Als die Natur sich in sich selbst gegründet,
Da hat sie rein den Erdball abgeründet,
Der Gipfel sich, der Schluchten sich erfreut
Und Fels an Fels und Berg an Berg gereiht,
Die Hügel dann bequem hinabgebildet,
Mit sanftem Zug sie in das Tal gemildet.
Da grünts und wächsts und um sich zu erfreuen,
Bedarf sie nicht der tollen Strudelein.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, aus: Faust II

Geheimnisvoll am lichten Tag,
Läßt sich Natur des Schleiers nicht berauben,
Und was sie deinem Geist nicht offenbaren mag,
Das zwingst du ihr nicht ab mit Hebeln und mit Schrauben.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, aus: Faust I

Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832

Die Natur scheint um ihrer selbst willen zu wirken, der Künstler wirkt als Mensch, um des Menschen willen.

Johann Wolfgang von Goethe, 1749-1832, aus: Schriften zur Kunst

Natur und Kunst sie scheinen sich zu fliehen,
Und haben sich, eh man es denkt, gefunden;
Der Widerwille ist auch mir verschwunden,
Und beide scheinen gleich mich anzuziehen.

Es gilt wohl nur ein redliches Bemühen!
Und wenn wir erst, in abgemeßnen Stunden,
Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden,
Mag frei Natur im Herzen wieder glühen.

Johann Wolfgang von Goethe 1749-1832

Wem die Natur ihr offenbares Geheimnis zu enthüllen anfängt, der empfindet eine unwiderstehliche Sehnsucht nach ihrer würdigsten Auslegerin, der Kunst.

Johann Wolfgang von Goethe, 749-1832, aus: Maximen und Reflexionen

Ich fand eine Feldblume, bewunderte ihre Schönheit und Vollendung in allen Teilen und rief aus: „Aber alles dieses, in ihr und tausenden ihresgleichen, prangt und verblüht, von niemandem betrachtet, ja oft von keinem Auge auch nur gesehn!" Sie aber antwortete: „Du Tor, meinst Du, ich blühe, um gesehn zu werden?"

Schopenhauer

Man kann einen seligen, seligsten Tag haben, ohne etwas anderes dazu zu gebrauchen als blauen Himmel und grüne Frühlingserde.

Jean Paul

Und wenn du noch so oft an ihre Türen klopfst, die Natur wird nie erschöpfend Auskunft geben.

Iwan S. Turgenjew, 1818-1883

Die Natur ist nicht an der Oberfläche, sie ist in der Tiefe. Die Farben sind der Ausdruck dieser Tiefe an der Oberfläche. Sie steigen aus den Wurzeln der Welt auf. Sie sind ihr Leben, das Leben der Ideen.

Paul Cézanne, 1839 - 1906

Mondnacht

Es war, als hätt der Himmel
die Erde still geküsst,
dass sie im Blütenschimmer
von ihm nun träumen müsst.

Die Luft ging durch die Felder,
die Ähren wogen sacht,
es rauschten leis die Wälder,
so sternenklar war die Nacht.

Und meine Seele spannte
weit ihre Flügel aus,
flog durch die stillen Lande,
als flöge sie nach Haus.

Joseph von Eichendorf

Das Publikum beklatscht ein Feuerwerk, aber keinen Sonnenaufgang.

Christian Friedrich Hebbel

Lebendige Kräfte - indirekt konstruierbare - Wunderkräfte.
Wolkenspiel - Naturspiel äußerst poetisch. Die Natur ist eine Äolsharfe - sie ist ein musikalisches Instrument - dessen Töne wieder Tasten höherer Saiten in uns sind.

Novalis, 1772-1801, aus: Fragmente, Von der geheimen Welt

Wenn Gott Mensch werden konnte, kann er auch Stein, Pflanze, Tier und Element werden, und vielleicht gibt es auf diese Art eine fortwährende Erlösung in der Natur.
Die Individualität in der Natur ist ganz unendlich. Wie sehr belebt diese Ansicht unsre Hoffnungen von der Personalität des Universums.
Bemerkungen über das, was die Alten Sympathie nannten?
Auch unsre Gedanken sind wirksame Faktoren des Universums.

Novalis, 1772-1801, aus: Fragmente, Von der geheimen Welt

Beachte immer, dass nichts bleibt, wie es ist und denke daran, dass die Natur immer wieder ihre Formen wechselt.

Marc Aurel

Es ist kein richtiges Wort, welches da sagt: die Natur macht keine Sprünge. In der Natur gibt es immerfort Sprünge. So vom Blatt zur Blüte, von der Blüte zur Frucht. Wenn aus dem Ei da das Kücklein wird, da gibt es einen Sprung. Es gibt kein unwahreres Wort als dieses, dass die Natur keine Sprünge mache. Überall gibt es Sprünge, überall plötzliche Übergänge. Und so leben wir in einer Zeit eines solchen Überganges.            

Rudolf Steiner, aus: GA 130, S. 30            

Wenn man die Natur wahrhaft liebt, so findet man es überall schön.

Vincent van Gogh

Die Folianten vergilben, der Städte gelehrter Glanz erbleicht, aber das Buch der Natur erhält jedes Jahr eine neue Auflage.

Hans Christian Andersen

Das Leben in der Natur gibt die Wahrheit der Dinge zu erkennen.

Albrecht Dürer

Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.

Albert Einstein