Jahrszeitenfeste im Mai

Kleines Vöglein, lass' dich wiegen,
ei, du kannst noch gar nicht fliegen,
lass' dich wiegen hin und her,
das gefällt dir immer sehr!
Bist du groß, sagst du ade!
Und fliegst lustig in die Höh!
(Hedwig Diestel)

Der Mai ist der erste meist wirklich warme Monate im Jahreslauf. Der Frühling und die Sonne werden auch im Kindergarten freudig begrüßt. In manchen Kindergärten wird am 1. Mai „der Mai geholt": Man zieht mit den Kindern hinaus in die Natur, pflückt Blumen und Zweige, um damit die Kindergartenräume zu schmücken. Frühlings- und Mailieder werden mit den Kindern gesungen und das eine oder andere kleine Gedicht gesprochen.

Der Monat Mai diente schon seit dem Barock der Verehrung der Maria. Dieser Brauch hat sich schnell in Europa verbreitet. Auf Dorfplätzen oder vor der Kirche wurde - und wird - ein Maibaum aufgerichtet und geschmückt. Nach dem Aufstellen des Baumes wird gefeiert und häufig findet auch ein „Tanz in den Mai" bis spät in die Nacht statt.  

Der Maibaum kann auch im Waldorfkindergarten ein schöner Brauch sein. Mit einem gemeinsamen Mai-Reigen kann ein Fest, auch mit den Eltern, gefeiert werden.

1. Mai

Zum Maifest gibt es die verschiedensten Bräuche. Neben dem Maibaum, oft eine kleine Birke oder ein Pfahl mit einem runden Reifen an der Spitze, geschmückt mit bunten Bändern und auch Symbolen z. B. von Handwerkern oder Tierfiguren, gibt es die traditionellen Maikundgebungen zum "Tag der Arbeit", die von den Gewerkschaften durchgeführt werden. Der Tag dient darüber hinaus vielen Familien aber auch zu einem Ausflug oder einer Wanderung.

Christi Himmelfahrt

Das Fest Christi Himmelfahrt wird am 40. Tag nach Ostern begonnen. Mehr dazu unter:

Frühlingsfeste

Pfingsten im Waldorfkindergarten Hersbruck

Zzzebra: Feste im Mai

Die Eisheiligen

Auch wenn es sich bei den "Eisheiligen" um kein Fest handelt, sollen sie hier erwähnt werden: Mit den Auswirkungen der Eisheiligen ist in der Zeit vom 19. bis zum 15. Mai zu rechnen, so heißt es. Aber auch der Zeitraum zwischen dem 11. und 15. Mai wird genannt. Auf jeden Fall sagt man, dass mit stabilem Frühlingswetter erst nach der „kalten Sophie" am 15. Mai gerechnet werden sollte.

Mehr unter: Bauernregeln.net


Mailieder

Liederportal, Mailieder


Gedichte zum Mai

Mailied

Wie herrlich leuchtet
Mir die Natur!
Wie glänzt die Sonne!
Wie lacht die Flur!
Es dringen Blüten
Aus jedem Zweig
Und tausend Stimmen
Aus dem Gesträuch

Und Freud' und Wonne
Aus jeder Brust.
O Erd', o Sonne!
O Glück, o Lust!

O Lieb', o Liebe!
So golden schön,
Wie Morgenwolken
Auf jenen Höhn!

Du segnest herrlich
Das frische Feld,
Im Blütendampfe
Die volle Welt.

O Mädchen, Mädchen,
Wie lieb' ich dich!
Wie blickt dein Auge!
Wie liebst du mich!

So liebt die Lerche
Gesang und Luft,
Und Morgenblumen

Den Himmelsduft,

Wie ich dich liebe
Mit warmem Blut,
Die du mir Jugend
Und Freud' und Mut

Zu neuen Liedern
Und Tänzen gibst.
Sei ewig glücklich,
Wie du mich liebst!

(Johann Wolfgang von Goethe)

Maiglöckchen und die Blümelein

Maiglöckchen läutet in dem Tal,
das klingt so hell und fein,
so kommt zum Reigen allzumal,
ihr lieben Blümelein!

Die Blümchen, blau und gelb und weiß
Sie kommen all herbei,
Vergißmeinnicht und Ehrenpreis
und Veilchen sind dabei.

Maiglöckchen spielt zum Tanz im Nu
und alle tanzen dann.
Der Mond sieht ihnen freundlich zu,
hat seine Freude dran.

Den Junker Reif verdroß das sehr,
Er kommt ins Tal hinein;
Maiglöckchen spielt zum Tanz nicht mehr.
Fort sind die Blümelein.

Doch kaum der Rief das Tal verläßt,
da rufet wieder schnell
Maiglöckchen auf zum Frühlingsfest
und leuchtet doppelt hell.

(Hoffmann von Fallersleben)

Tafelbild H. Kullak-Ublick