Kommunikation und Interaktion

Gerade im „Freispiel" haben die Kinder viele Möglichkeiten der Interaktion mit ihrer Lebenswelt. Kommunikation und soziale Interaktionen durch spielerische Erfahrungen werden so geübt. 

Es bedeutet für das kleine Kind oft noch eine beträchtliche Anstrengung, sich sprachlich zu artikulieren. Deshalb drücken sie sich gern körperlich aus und benutzen mehr nonverbale Mitteilungen im Spiel mit anderen Kindern, als sie es gegenüber Erwachsenen einsetzen. Auf den verschiedensten Ebenen drückt sich das Kind aus: der Klang der Stimme, Mimik und Gestik und auch die Körperhaltung zeigen oft mehr als das gesprochene Wort. Häufig spielen die Kleinkinder eher parallel nebeneinander. In diesem Parallelspiel findet noch wenig direkter Austausch statt, die Kleinen sind sich aber der Anwesenheit des anderen bewusst und die erste Brücke zur sozialen Interaktion wird so gebaut.

Bildergalerie Interaktion

In den Bilderfolgen aus dem Kindergartenalltag im Interkulturellen Waldorfkindergarten Hamburg-Wilhelmsburg vom April 2011 hat der Fotograf solche Interaktionen auf bezaubernde Weise festgehalten.

Interaktion 1 - Bei Tisch  

 


Interaktion 2 - Beim Essen 

 

 

Interaktion 3 - Der Roller 

 

 

Interaktion 4 - Bilderbücher 

 

 

Interaktion 5 - Die Schaukel 

 

 

Interaktion 6 - Das Gespräch 

 


Interaktion 7 - Der Bollerwagen 

 

 

Interaktion 8 - Anschwung 

Der soziale Austausch

Interaktion entsteht, wenn der Spielpartner soziale Reaktionen zeigt und ein Austausch entsteht. Im Spiel kann es so natürlich auch zu Streit und Auseinandersetzungen kommen, was aber im Sinne der Interaktion als „sozialer Austausch" bewertet wird. Der Kontakt der Kinder untereinander nimmt ab dem 2. Lebensjahr stark zu, beschränkt sich anfänglich jedoch meist auf nur zwei Kinder. Interaktionen in der Gruppe entwickeln sich etwas später. Im 2. und 3. Lebensjahr dient das Spielzeug dem sozialen Austausch, und die ersten Besitzkonflikte können entstehen.

In einer stabilen Gruppe wie in einem Kindergarten gelingt es den Kindern durch das vertraute Miteinander immer besser, aneinander Interesse zu zeigen und miteinander in Kontakt zu treten. Sie erlangen im Laufe der Zeit ein kompetentes Sozialverhalten und es entwickeln sich Vorlieben für bestimmte Interaktionspartner, aus denen dann später Freundschaften entstehen können.

Jede Erfahrung, die das kleine Kind in der Interaktion macht, festigt sich bei einer nachfolgenden ähnlichen Situation. Eine regelmäßig gemeinsam verbrachte Zeit in vertrauter und schön gestalteter Umgebung, die Sicherheit durch Rhythmen und Rituale im Tagesablauf und sinnvoll ausgewähltes Spielzeug fördern die Kommunikation und Interaktion und führen zum Erwerb sozialer Kompetenzen. Der Waldorfkindergarten bietet hierzu die besten Möglichkeiten.


»Jetzt reicht’s aber!« Wie man mit Kindern gewaltfrei kommunizieren kann

Von Mariana Kretschmer, Juni 2014

Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern kann manchmal seltsam und unberechenbar sein. Eben ist noch alles ganz entspannt und schon im nächsten Augenblick kracht es. Einer sagt was, und der andere wird sauer. Geht es auch anders?

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