Zitate: Kindergarten

Wenn unser Tun von den Idealen des Guten, Schönen und Wahren
durchdrungen ist, werden wir auch den Kindern den Weg zu diesen Idealen bereiten.

Elisabeth Grunelius

Kleine Kinder lieben nichts mehr als feste Gewohnheiten. Das Erleben einer regelmäßig wiederkehrenden Abfolge von Tätigkeiten stärkt nicht nur die Selbsterfahrung im Wiedererkennen, es ist auch die beste Grundlage
für Willenserziehung.                     

Michaela Glöckner

Freude am Schauen und Begreifen ist die schönste Gabe der Natur.

Albert Einstein

Das Prinzip der Nachahmung

 [...] Wir haben unterscheiden müssen das menschliche Leben bis zum Zahnwechsel und dann wiederum bis zur Geschlechtsreife, und ich habe versucht, Ihnen zu charakterisieren, wie anders die Kräfte sind in dem ersten menschlichen Lebensabschnitt als in dem zweiten. Das aber bedingt für beide Lebensabschnitte eine ganz verschiedene Art des seelischen Erlebens. Einfach dadurch, dass das Vorstellungsmäßige auf jene innere Verhärtung des menschlichen Leibes geht in der ersten Lebensepoche, die ihre Kulmination erlebt im Zahnwechsel um das siebente Jahr, ist für den Menschen in dieser Zeit das wichtigste Kommunikationsmittel in seiner menschlichen Umgebung das Prinzip der Nachahmung. Alles, was der Mensch in diesen Jahren vollzieht bis zum Zahnwechsel, vollzieht er aus dem Prinzip der Nachahmung. Es ist so unendlich wichtig, was die Umgebung eines Kindes tut in diesem Lebensalter; denn das Kind macht einfach nach. Es gehört zu den Kräften dieses Lebensalters, dass das Kind nachmacht. Und dieses Nachmachen hängt zusammen mit denselben Kräften, die die zweiten Zähne aus dem Kiefer herausholen. Es sind dieselben Kräfte und wir haben gesehen, es sind die vorstellenden Kräfte. Die vorstellenden Kräfte sind zugleich die gestaltenden Kräfte. Es sind die Kräfte, die im Prinzip des Nachahmens im Kinde wirken. Denken Sie sich, was das heißt, wenn man das einsieht nicht nur mit dem Verstande, nicht bloß intellektuell, wenn man das einsieht mit dem ganzen Menschen, mit der ganzen Seele, wenn man dafür volles universell menschliches Verständnis hat! Das heißt, ich weiß, wenn ich vor einem noch nicht siebenjährigen Kinde etwas tue, so tue ich das nicht nur für mich, sondern es setzt sich mein Tun in das Tun des Kindes hinein fort. Ich bin nicht allein mit meinem Tun. Wir werden sehen: ich bin nicht allein mit meinem Tun, mit meinem Wollen, mit meinem Fühlen, ich bin nicht allein mit meinem Denken oder Vorstellen, denn die wirken als Imponderabilien. [...]

Rudolf Steiner, GA 301, 3. Vortrag

Das Kind braucht in seiner Umgebung Erwachsene, Vorbilder, an denen es die Sinnhaftigkeit des menschlichen Tuns und der Welt erleben, Ursache und Wirkung, Gut und Böse erfahren kann. Und deshalb braucht es Menschen,  die sich dieser Verantwortung bewusst sind.

Peter Lang

Lachen und Lächeln
sind Tor und Pforte,
durch die viel Gutes
in den Menschen hineinhuschen kann

Christian Morgenstern

Das Schönste für Kinder ist Sand.
Ihn gibt's immer reichlich.
Er rinnt unvergleichlich
Zärtlich durch die Hand.

Weil man seine Nase behält,
Wenn man auf ihn fällt,
Ist er so weich.
Kinderfinger fühlen,
Wenn sie in ihm wühlen,
Nichts und das Himmelreich.

Denn kein Kind lacht
Über gemahlene Macht.

Joachim Ringelnatz

Das Schönste,  was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle.

Albert Einstein

Mit dem, was wir vor dem Kinde im täglichen Leben tun, nicht was wir ihm sagen,
sind wir in erster Linie seine Erzieher.

Elisabeth Grunelius

Die Seele nährt sich von dem, worüber sie sich freut.

Aurelius Augustinus

Die Feste sind Knotenpunkte des Jahres,
die uns verknüpfen mit dem Geiste des Alls.

Rudolf Steiner

Zwei Dinge sollten Kinder
von ihren Eltern bekommen:
Wurzeln und Flügel.

Johann Wolfgang v. Goethe

Erziehender zu sein heißt auch, mitzubauen an einem zeitgemäßen Entwicklungs- und Lebensraum der Kinder  zum Schutze der Kindheit.  Eine gesunde und heilende Erziehung  in einer oftmals krankmachenden Zeit -  das ist die Aufgabe.

Peter Lang

Steigerung des Lebensgefühls

Alle Deklamationen unserer Zeit, man solle gewissermaßen das Kind selber schon über das urteilen lassen, was es zu lernen für richtig findet - auf das kommt ja manches heute schon hinaus -, alle diese Deklamationen berücksichtigen eben nicht das Bedürfnis der Menschennatur selbst, das in das ganze spätere Leben hineingetragen wird dadurch, dass der Mensch, indem er nur noch das Nachahmungsprinzip über das 7. Jahr ins 9. Jahr führt, dieses Nachahmungsprinzip mit dem Autoritätsgefühlsprinzip durchwirkt. Vom 9. Jahre an kommt dann dieses Autoritätsprinzip immer reiner und reiner heraus, und vom 12. Jahre an mischt sich wieder ein Neues hinein, nämlich das eigene Urteilsvermögen.

Es ist für alle Erziehungskunst von fundamentaler Bedeutung, dass man den Menschen, den werdenden Menschen nicht zu früh zum eigenen Urteil bringt. [...]

Wer nicht in der richtigen Weise zu rechnen vermag mit diesem Gefühl, etwas hinzunehmen, weil man einer Autorität gegenübersteht, etwas zu glauben, weil diese Autorität glaubt, wenn man darauf nicht die nötige Rücksicht nimmt, so nimmt man dem Menschen, den man erzieht, für das ganze spätere Leben etwas. Ich meine, man sehe hin auf dasjenige, was man erlebt. Wenn man, ich will gleich einen sehr späten Termin annehmen, als 30-35jähriger Mensch sich zurückerinnert an irgend etwas, was man in der Schule beigebracht erhalten hat, so ergibt sich, dass man es dazumal nicht verstanden hat, aber weil man den Lehrer liebte, nahm man es auf. Man hatte das Gefühl, das man natürlich nicht exemplifizierte, aber das man erlebte, man hatte das Gefühl: Diesen Mann muss ich verehren, oder diese Frau muss ich verehren, die meint das, ich muss es auch meinen. An so etwas, was man nicht verstanden, sondern aus Liebe angenommen hat, erinnert man sich im 30. oder 35. Lebensjahre. Jetzt ist man reifer geworden. Man sieht das, was man herausholt aus den Untergründen seiner Seele, mit seinem späteren Menschen an, und man kommt auf folgendes: was man viele Jahre vorher aus Liebe aufgenommen hat, man nimmt es wiederum in den Horizont des Lebens herein und klärt sich jetzt darüber auf. Man muss nur beobachten können, was das bedeutet. Das bedeutet, dass aus einem solchen Wiederheraufholen dessen, was jetzt erst aus der eigenen Reife heraus verstanden wird, eine Steigerung des Lebensgefühls kommt, die wir brauchen, wenn wir für das Leben, für das soziale Leben überhaupt brauchbare Menschen werden wollen. Das würde den Menschen viel nehmen, wenn wir ihnen das Aufnehmen von Wahrheiten aus Liebe nehmen würden, aus hingebender Liebe in berechtigtem Autoritätsempfinden. Dieses berechtigte Autoritätsempfinden, dem muss das Kind ausgesetzt sein, und wir müssen mit aller Kraft unserer Seele in der pädagogischen Kunst darauf hinarbeiten, dass wir dem Kinde von seinem Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife die berechtigte Autorität erhalten. [...]

Rudolf Steiner, GA 301, 5. Vortrag

Alles Erste bleibt ewig im Kinde;
die erste Farbe,
die erste Musik,
die erste Blume,
malen den Urgrund des Lebens.

Jean Paul, 1763-1825

Gib einem kleinen Kind
einen dürren Ast
Es wird mit seiner Phantasie
Rosen daraus sprießen lassen. 

Jean Paul, 1763-1825

Liebe und Freude sind die Prinzipien, die immer in der Erziehung vorhanden sein sollten. Im ersten Jahrsiebt sind sie besonders wichtig.

Rudolf Steiner