Zitate: Frühling

Frühlingsglöckchen

Blumenglöckchen, komm, wir warten!
Komm geschwind in unsern Garten,
weil der Winter jetzt verging,
läute Glöckchen, kling, kling, kling!
Emsig summen schon die Bienen,
auch die Hummeln sind erschienen
und ein gelber Schmetterling
läute Glöckchen, kling, kling, kling!
Hasenmutter sagt zum Hasen:
Sieh wie grün ist unser Rasen,
komm, mein Häschen, hüpf und spring!
läute Glöckchen, kling, kling, kling!
Durch den Garten fliegt die Meise,
zwitschert ihre Frühlingsweise,
auf der Birke singt der Fink
läute Glöckchen, kling, kling, kling!

Hedwig Diestel

 Schmetterlinge

Durch den ersten Sonnenbogen
Kommt ein Schmetterling geflogen,
Durch den zweiten Sonnenbogen
Kommt sein Brüderlein geflogen.
Munter flattern sie im Garten,
wo die Blumen sie erwarten:
Ei, willkommen, guten Morgen,
Kommt, bei uns seid ihr geborgen!
Holt euch Honig, flattert weiter,
Durch den Garten froh und heiter,
Auf der Wiese zu den Buchen -
Kommt bald wieder uns besuchen!

Hedwig Diestel

Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?
Da grünt und blüht es weit und breit
Im goldnen Sonnenschein.
Am Berghang schmilzt der letzte Schnee,
Das Bächlein rauscht zu Tal,
Es grünt die Saat, es blinkt der See
Im Frühlingssonnenstrahl.
Die Lerchen singen überall,
Die Amsel schlägt im Wald!
Nun kommt die liebe Nachtigall
Und auch der Kuckuck bald.
Nun jauchzet alles weit und breit,
Da stimmen froh wir ein:
Der Frühling ist die schönste Zeit!
Was kann wohl schöner sein?

Annette von Droste-Hülshoff, 1797-1848

Frühling

Nun ist er endlich kommen doch
In grünem Knospenschuh;
"Er kam, er kam ja immer noch"
Die Bäume nicken sich's zu.

Sie konnten ihn all erwarten kaum,
Nun treiben sie Schuß auf Schuß;
Im Garten der alte Apfelbaum,
Er sträubt sich, aber er muß.

Wohl zögert auch das alte Herz
Und atmet noch nicht frei,
Es bangt und sorgt; "Es ist erst März,
Und März ist noch nicht Mai."

O schüttle ab den schweren Traum
Und die lange Winterruh:
Es wagt es der alte Apfelbaum,
Herze, wag's auch du.

Theodor Fontane, 1819-1898

Frühling soll mit süßen Blicken
Mich entzücken und berücken,
Sommer mich mit Frucht und Myrthen
Reich bewirten, froh umgürten.
Herbst, du sollst mich Haushalt lehren,
Zu entbehren, zu begehren,
Und du Winter lehr mich sterben,
Mich verderben, Frühling erben.

Clemens Brentano, 1778-1842

Frühling begehrt,
Sommer ernährt,
Herbst bewährt,
Winter verzehrt.

Sprichwort

Was der Frühling nicht säte,
kann der Sommer nicht reifen,
der Herbst nicht ernten,
der Winter nicht genießen.

Johann Gottfried von Herder, 1744 - 1803

Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor, weil das Auge im Herbst den Himmel, im Frühjahr aber die Erde sucht.

Søren Aabye Kierkegaard, 1813 - 1855

Frühling

Frühling lässt sein blaues Band
Wieder flattern durch die Lüfte.
Süße wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
wollen balde kommen.
Frühling, ja Du bist's -
Dich hab ich vernommen.

Eduard Möricke

 Frühlingsnacht

Über'n Garten durch die Lüfte
hört' ich Wandervögel ziehn,
das bedeutet Frühlingsdüfte
unten fängt's schon an zu blühn.

Jauchzen möchte' ich, möchte weinen,
ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen's,
und in Träumen rauscht's der Hain,
die Nachtigallen schlagen's:
„Sie ist deine, sie ist dein!"

Joseph von Eichendorff

Alles hat seine Zeit: Winter und Sommer, Herbst und Frühling, Jugend und Alter, Wirken und Ruhe.

Johann Gottfried von Herder, 1744 - 1803

Aus der
R. Steiner Schule
HH-Wandsbek