Märchen

Der Märchenkreis im Waldorfkindergarten ist ein wichtiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit. Die Kinder kommen zur Ruhe und man pflegt das Zuhören. Über einen längeren Zeitraum wird immer dasselbe Märchen erzählt, und diese Bilder bereichern die Kinder. 

Tafelbild "Rapunzel" von H. Kullak-Ublick aus: Waldorf-Ideen-Pool

Die Märchen werden im Kindergarten nicht vorgelesen, sondern sie werden frei erzählt. Dadurch sind die Erzieher den Kindern nähen, sie können den Blickkontakt mit ihnen halten, abspüren, wie schnell sie erzählen sollen und auch die Reaktionen der Kinder werden so genau wahrgenommen. Die Aufmerksamkeit der kleinen Kinder kann auf diese Weise leichter gehalten werden. Gedächtnis und Phantasie werden durch das Zuhören gestärkt. Das feine und ruhige Lauschen und Verstehen wird so geübt.

Die Auswahl der Märchen richtet sich u. a. auch nach dem Alter der Kinder. Zu Beginn eines Kindergartenjahres erzählt man eher kleine rhythmische Geschichten mit vielen Wiederholungen. Zum Jahresende werden die Geschichten länger und die Konzentrationsfähigkeit der Kinder ist bereits gestiegen. Man kann im Märchenkreis die Geschichten auch in Form eines Tischpuppenspiels oder eines Puppenspiels begleiten.

Für die Vorschulkinder wird in ihrem letzten halben Jahr vor dem Übergang in die Schule gern ein gesonderter Kreis eingerichtet, in dem eine fortlaufende Geschichte erzählt wird, denn  Kinder im Vorschulalter haben bereits eine gute Fähigkeit, sich zu erinnern, was am Vortag in der Geschichte passiert ist.

In der Arbeit in einem interkulturellen Zusammenhang ist es selbstverständlich, dass neben den Grimm'schen Märchen auch Märchen aus aller Welt ausgewählt werden.


Märchen aus aller Welt

auf dieser Seite finden Sie 15 Märchen aus aller Welt. Vielleicht ich ja auch etwas für Sie und Ihre Kinder dabei unter dem Link

14 kurze Märchen aus aller Welt

Märchen aus aller Welt bei "Hekaya"

Auf der Internetseite finden Sie eine Fülle von Märchen aus aller Welt unter: Hekaya


Einige Buchempfehlungen zum Thema Märchen

Die Märchenleiter - Jubiläumsausgabe

Bildsprache der Märchen

von Friedel Lenz

Ein Standardwerk der Märchenforschung – jetzt als stark erweiterte Neuausgabe

Märchen reden in einer Bildsprache – aber wovon sprechen diese Bilder? Friedel Lenz betrachtet die Märchen und die ihnen eigenen Urbilder phänomenologisch. Sie sprechen von inneren Schicksalen und Entwicklungsmöglichkeiten des einzelnen Menschen. Dadurch können sie die geistige und seelische Entwicklung nicht nur des Kindes günstig beeinflussen.

Das Standardwerk ist die Quintessenz einer jahrzehntelangen geisteswissenschaftlichen Forschungs- und Vortragstätigkeit. In der Neuausgabe wurde die lange vergriffene Schrift über Das Tier im Märchen mit aufgenommen.

Arnica Esterl

Welches Märchen erzähle ich meinem Kind?

Es war einmal ..... ... und es ist und ist auch heute noch so, dass das Erzählen und Hören von Märchen zu den besonderen Momenten in Kindheit und Jugend und auch noch im Alter gehört...

Lesen Sie weiter unter: Die Märchenleiter  


„Wir öffnen Ihnen die Tür zu fremden Sprachen und Schriften" - tamakai-books

"Tamakai-books trägt mit seinem Angebot der Tatsache Rechnung, dass im deutschsprachichgen Raum jeder fünfte Mitbürger einen Migrationshintergrund hat. Unser Angebot besteht daher aus Büchern und andere Medien in über 65 Sprachen, darunter auch sehr seltene Sprachen. Eine Vielzahl an zweisprachigen Büchern rundet unser Angebot ab. Wir sind bemüht unser  Angebot ständig zu erweitern und freuen uns auch über Anregungen von unseren Kunden", so steht auf der Internetseite zu lesen. Möchten Sie sich informieren, gehen Sie auf:

tamakai-books


Erzählen und erzählen lassen

Von Arnica Esterl: "Ich erinnere mich: Es ist der erste Tag nach den Sommerferien. Der Lehrer der dritten Klasse steht schon in den Startlöchern. Nein, nicht er, wir sollen schreiben. Das Thema des ersten Aufsatzes in diesem Jahr lautet: »Was habe ich in den Ferien erlebt?« Fällt dem denn nie etwas Neues ein?..."

Lesen Sie weiter unter: Erziehungskunst Juni 2011


Warum Kinder Märchen brauchen

Von Gerald Hüther, Dezember 2012

Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Zaubermittel, das ihr Kind stillsitzen und aufmerksam zuhören lässt, das gleichzeitig seine Phantasie beflügelt und seinen Sprachschatz erweitert, das es darüber hinaus befähigt, sich in andere Menschen hinein zu versetzen und deren Gefühle zu teilen, das auch noch sein Vertrauen stärkt und es mit Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen lässt. Dieses Zaubermittel existiert: Es sind die Märchen, die wir unseren Kindern erzählen oder vorlesen. Märchenstunden sind die höchste Form des Unterrichtens.

Weiter unter: Erziehungskunst Dezember 2012


Zitatesammlung zum Thema Märchen

"Der Froschkönig",
Tafelbild aus dem
Seminar für Waldorfpädagogik Hamburg