Gehen - Sprechen - Denken

FRÜHE KINDHEIT

Erziehungskunst Januar | 2010

Und hier auch als Original-pdf-Datei

Gehen - Sprechen - Denken

von Bernd Kalwitz

Das Muster, nach dem sich Kinder entwickeln, entspricht der Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Wer Kinder fördern will, sollte das beachten.

Es gibt kaum etwas Eindrucksvolleres, als mitzuerleben, wie bei einem Kind in den ersten Lebensjahren seine Individualität nach und nach immer klarer erkennbar wird. Eltern erahnen diese Individualität oft schon vor der Geburt. Auch den Säugling scheint noch lange wie eine unsichtbare seelische Wolke seine Persönlichkeit zu umschweben. Wie ein Musiker durch sein Instrument etwas von seiner Persönlichkeit in die Welt tragen lernt, so verbindet sich das kindliche Wesen immer intensiver mit seinem Körper, der nun ein Leben lang seine Impulse in die Welt tragen wird.

Das Instrument wird gestimmt

Jedes Kind baut sich sein ureigenes Instrument für seine individuelle Stimme im Konzert des Lebens. Schritt für Schritt wandelt es die von den Eltern ererbte Substanz seines Körpers in seinen eigenen Leib um. Es ist bereits bei der Geburt mit einem fast kompletten Bestand an Gehirnzellen ausgestattet und entwickelt in seinen ersten Lebensjahren eine Überfülle synaptischer Vernetzungen. Der Kopf mit dem wunderschönen Gehirnschädel ist bei einem kleinen Kind der am weitesten ausgereifte Körperteil. Er »traut« sich auch meist als erster aus der vorgeburtlichen Geborgenheit ins Licht dieser Welt. Man könnte denken, von ihm müsste nun die weitere Entwicklung ausgehen. Doch das ist nur zumTeil der Fall. Während ein Kind sich mehr und mehr durch seine Sinne der Außenwelt öffnet, scheinen die Bewegungen, von denen es oft wie durchzuckt wird, eher in den Gliedern selbst zu entstehen. Es strampelt und zappelt wie in einem Meer von Bewegungsmöglichkeiten, die teilweise von primitiven Reflexmustern geprägt, teilweise aber auch ganz frei sind. Das Großhirn mit seinen riesigen Nervenzellmassen hat noch keinerlei Kontrolle über diesen sich selbst ausprobierenden Bewegungsorganismus des kleinen Kindes.

Wer aufrecht steht, kann in die Welt eingreifen

Doch etwa ab dem dritten Monat beginnt dieser Bewegungsvielfalt vom Kopf her eine ordnende Tendenz entgegenzuwirken. Zunächst koordiniert sie die Augenmotorik, so dass der erste Blickkontakt möglich wird, die erste irdische Wesensbegegnung mit dem Kind. Dann dringt sie mit ihrer ordnenden Kraft immer tiefer vor, bis ein Kind über verschiedene Zwischenstationen im Alter von 12 bis  18 Monaten normalerweise gelernt hat, sich aufzurichten und frei zu stehen. Nun ist das Instrument gebaut und wird gestimmt, indem das Kind lernt, seinen Weg zu gehen. Das dauert Jahre, denn jeder Mensch entwickelt seinen eigenen Gang. Und es lernt noch vielmehr in dieser Zeit - die Aufrichte ist nur ein Meilenstein in der Bewegungsentwicklung. Die Hände sind nun frei, in die Welt einzugreifen, und jeder Mensch entwickelt seine eigene Art von Geschick und Gewandtheit. Immer intensiver drücken die Bewegungen etwas von seinem individuellen Wesen aus. Lange begleiten die frühkindlichen Reflexe des Stammhirnes noch die Bewegungsentwicklung. Erst nach und nach wird das Großhirn einbezogen und ermöglicht immer freiere Bewegungsmuster. Die Aufrichte jedoch ist nirgends reflexmäßig vorgebahnt. Sie ist eine Leistung der Individualität selbst. Und wie alle von nun an zu erwerbenden Fähigkeiten wird sie auch nur erreicht, wenn die Umgebung Vorbilder bietet, die nachgeahmt werden können.

Bewegung macht schlau

Während der immer weiter voranschreitenden Individualisierung der Bewegungsentwicklung beginnt sich ab dem dritten Lebensjahr die vorher stetig anwachsende Zahl der Vernetzungen im Gehirn wieder massiv zu vermindern. Mit dem Strom der ordnenden Kraft, die den  Bewegungsorganismus mehr und mehr mit Bewusstsein durchdringt, werden nun alle überflüssigen Vernetzungen im Gehirn zurückgebildet, und nur das, was auch benutzt wird, bleibt bestehen. Die Feinstruktur der Großhirnrinde differenziert sich in der Folge umso reichhaltiger aus, je vielfältiger die Bewegungserfahrungen und auch die Sinneseindrücke des Kindes in dieser Zeit sind. Je mehr wir einem Kind ermöglichen zu toben, zu balancieren und Sinneserfahrungen zu machen, desto besser entwickelt sich auch sein Gehirn. Insofern haben die Bewegungen entscheidenden Einfluss auf die Ausbildung des kindlichen Gehirns, viel mehr als umgekehrt!

Das Instrument wird gespielt

Eine besondere Virtuosität erfordern diejenigen Bewegungen, die sich ein Kind aneignen muss, um Sprechen zu lernen. In der Sprache, im Gesang gipfelt der persönliche Ausdruck einermenschlichen Individualität in besonderer Weise. Eine Unzahl von Kehlkopfmuskeln sind an der Lautbildung der Stimmbänder beteiligt, dazu die Atemmuskulatur und die Muskeln der Zunge sowie des Mund- und Rachenraumes, die den Resonanzraum bilden. Auch das Sprechen lernen Kinder ganz aus der Nachahmung heraus. Ohne sprechende Umgebung lernt kein Kind sprechen. Es probiert verschiedenste Lautbildungen aus und erfreut sich spielerisch an dem Hervorgebrachten. Nach und nach erst verbinden sich diese in der Nachahmung hervorgebrachten Klangformen dann mit Inhalt, zunächst ganz unbewusst durch Probieren, bis ein Kind zu Beginn des zweiten Lebensjahres meist die ersten Ein-Wort-Sätze zustande bringt. Wenn sein Vokabular dann ein halbes Jahr später auf 30-50 Worte angewachsen ist, wirft das im Sprechen erwachende Denken sein erstes Licht voraus. Indem das Kind am Erfolg lernt, die richtigen Bezüge zwischen dem Gesprochenen und einem vorher wortlosen, nun aber aussprechbaren Sinn herzustellen, wird sein Sprachverständnis immer differenzierter.

Kinder lernen am meisten, wenn sie komplexe Sprachkonstruktionen hören

Wir helfen kleinen Kindern überhaupt nicht, wenn wir in ihrer Umgebung eine möglichst einfache Sprache benutzen. Kinder filtern sich stets das aus dem Gehörten heraus, was sie schon verstehen können, und profitieren gerade davon, in stets komplexer werdende Sprachkonstruktionen hineinzuwachsen. Die Gefahr ist viel größer, dass durch eine sprachliche Verarmung ihrer Umgebung nur eine ganz rudimentäre Sprache gelernt wird, wie dies an der Ähnlichkeit von Jugenddialekten mit den Pidginsprachen von Wolfskindern deutlich wird, die in ihrer Kindheit nicht oder kaum sprechen gelernt haben und in ihrer Jugend dann nur noch ein ganz niedriges sprachliches Niveau erreichen konnten. Kinder saugen aus dem, was sie im Gesprochenen hören, aber auch die Moralität ihrer Umgebung ein. Klänge vermitteln immer Innerlichkeit. Wie wir aus der Resonanz beispielsweise eines Holzstückes, auf das wir klopfen, viel über die innere Stofflichkeit dieser Substanz erfahren können, so erfahren wir durch den Klang einer Stimme unterschwellig oft mehr über den Sprecher als durch das, was er sagt. Ebenso wichtig wie eine sprachlich anregende Umgebung ist für Kinder daher die Authentizität der Sprechenden. Im schönen optischen Schein kann man Vieles vortäuschen oder vor Kindern verbergen. Im Klang der Stimme nehmen sie aber Unstimmigkeiten zwischen dem, was gesagt wird, und dem, was beim Sprechenden dahintersteht, immer intensiver wahr. Doppelbödigkeiten und sich widersprechende Doppelbotschaften können sie in dieser Zeit fundamental irritieren und für das weitere Leben so verunsichern, dass sie ihren Wahrnehmungen nicht mehr trauen.

Der Musiker wird frei

Denken lernen wir unser ganzes Leben lang. Ein Musiker, der zunächst völlig im Ausprobieren der Töne seines Instrumentes und in der Aneignung der Klangwelt aufgeht, macht sich vielleicht irgendwann, wenn er seine Ausdrucksmöglichkeiten zu einem gewissen Grad beherrscht, auch Gedanken über die Theorie der Kadenzen und reflektiert darüber, wie er seine künstlerischen Fähigkeiten in bestimmten Situationen bewusster einsetzen könnte. So wächst auch bei einem Kind das Vorstellen und Denken schrittweise aus dem heraus, was seine körperliche Entwicklung hervorbringt. Beim kleinen Kind vor der Schulreife ist die Welt der Gedanken noch ganz bildhaft. Worte wehen in diese Welt hinein und erzeugen unmittelbar Bilder. Vielleicht erinnern wir uns selbst noch daran, wie Märchenbilder in unserer Kindheit fundamental vom Verständnis der Worte geprägt wurden, das wir gerade erreicht hatten. Wenn wir ein Wort irgendwann anders verstehen konnten, verwandelte sich auch die Bildwelt des Märchens an dieser Stelle völlig. Die Seelenkräfte, die Denken und Vorstellen ermöglichen, sind beim kleinen Kind noch gebunden an die Wachstumsvorgänge im Körper und stark von Organwirkungen durchdrungen. Das zeigt sich daran, wie Kinder in einer bestimmten Phase der Wirbelsäulenreifung oft »Leiterbilder «malen und vor dem Zahnwechsel Motive wie Zäune oder zackige Ketten von Berggipfeln. Umgekehrt wirken Eindrücke und Vorstellungen, die wir an sie herantragen, in dieser Zeit bis tief in ihre Leibbildung hinein und können ihre Gesundheit zerrütten. Erst in dem Maße, wie die Individualisierung ihres Körpers etwa nach dem siebten Lebensjahr einen ersten Abschluss erreicht, beginnen die Kinder, ihr Denken und Vorstellen von den leibgebundenen Motiven zu lösen und langsam in die Abstraktion zu führen. Erst jetzt stehen ihnen die dafür erforderlichen Kräfte zur Verfügung. Zuvor waren sie mit ihrer körperlichen Entwicklung beschäftigt. Wenn wir diese Kräfte zu früh dem Leib entziehen, bleibt das nicht folgenlos für die spätere Gesundheit.

Die Kindheit ist ein Bild der Menschwerdung

In der frühen Zeit der Kindheit können wir nicht nur miterleben, wie ein menschliches Wesen seinen Leib ergreift und sich für die sinnliche Welt öffnet, sondern in Miniaturform wiederholt sich vor uns jedes Mal auch etwas vom Schauspiel der Menschwerdung. Und während sich in unserem Verständnis von der Entstehung menschlichen Lebens auf der Erde in den letzten Jahrzehnten Vieles grundlegend neu geordnet hat, können wir hierdurch auch Manches besser verstehen, was sich in den ersten Entwicklungsschritten eines Kindes vollzieht. Früher ordnete man die paläontologischen Funde aus der Jahrmillionen zurückliegenden Frühgeschichte der Menschheit stets nach der Schädelgröße an: je mehr Gehirnmasse einer unserer Vorfahren aus dem Grenzbereich zwischen Affe und Mensch hatte, desto eher rechnete man ihn schon dem Menschen zu. Fragen an diese Reihenfolge ergaben sich bereits, als sich zeigte, dass der Neandertaler relativ schon  deutlich mehr Gehirnmasse besaß als wir heute. Aber erst durch Funde aus den letzten zehn Jahren wurde mehr Und mehr deutlich, dass die Vergrößerung des Gehirns erst ein sehr spätes Phänomen in der Menschheitsentwicklung war: Sehr viel früher errangen die Vor- und Frühmenschen den aufrechten Gang, und immer noch früher, als sich die Hirnvergrößerung ausprägte, wölbte sich ihr Gaumen für ein freies Spiel der Zunge und als Resonanzraum für die Sprache. Erst als die Fähigkeiten des aufrechten Ganges und der Sprache errungen waren, vergrößerte sich auch ihr Großhirn, in dem wir die organische Grundlage des menschlichen Denkens sehen müssen. Sie erwarben nicht durch ihr kognitives Niveau die Fähigkeit zum aufrechten Gang, sondern die vielfältiger werdende Betätigung in der Welt durch ihre freigewordenen Hände ließ ihr Großhirn wachsen. Sie lernten nicht sprechen durch Denken, sondern umgekehrt unterstützte die Sprachentwicklung offensichtlich ihre Hirnentwicklung. Auch ein kleines Kind erwirbt normalerweise die drei menschlichen Grundfähigkeiten - Gehen, Sprechen, Denken -, die wie nichts anderes seinen Weg durch das Leben bestimmen, in der gleichen Reihenfolge. Und es lernt noch bis lange in die Schulzeit hinein am besten, wenn es erst etwas tut oder erlebt und es dann versteht.

Zum Autor:  Dr.med. Bernd Kalwitz, Jahrgang 1956, Schularzt der Rudolf Steiner Schule Bergstedt/Hamburg; langjährige Einrichtungs- und Seminarleitung der heilpädagogischen Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Vogthof in Ammersbek bei Hamburg, heute stellvertretende Schulleitung der Fachschule Nord in Kiel und Dozent an der Fachhochschule Ottersberg.

2010 | Januar erziehungskunst

Mit freundlicher Genehmigung der Zeitschrift "Erziehungskunst".


Gehen, Sprechen, Denken - drei wesentliche Phasen der kindlichen Entwicklung

Der Mensch ist ein labiles Gleichgewicht potentieller Instabilitäten. Seine Einzigartigkeit zeigt sich bereits in den drei Entwicklungsphasen der frühen Kindheit: Das Gleichgewicht halten und gehen sowie dann sprechen und denken zu lernen. Diese drei Fähigkeiten können nur Menschen erwerben: sie sind zugleich die Grundlage alles weiteren Lernens und Entwickelns. Die Beobachtung dieser Entwicklungsphasen zeigt, daß die motorische Aktivität des Kindes einen gestaltenden Einfluß auf den Körper hat und Fundamente für die kognitiven Fähigkeiten legt. Dies gilt besonders für die ersten Jahre der Kindheit, ist aber zugleich ein wichtiger Aspekt alles Lernens und muß deshalb im Lehrplan Berücksichtigung finden.


Sprechen im Kindergarten - Buchtipp

Von Manuela Ziegert, Juni 2011

Das Buch enthält eine Fülle von Anregungen für alle, die mit Vorschulkindern zu tun haben. Die Autoren haben es sich zur Aufgabe gemacht, uns die Gesetze und Kräfte der überlieferten Sprachspiele bewusst zu machen....

Erziehjungskunst Juni 2011 - Sprechen im Kindergarten


Errungene Freiheit. Wie sich das kleine Kind die menschlichen Grundfähigkeiten aneignet

Von Philipp Gelitz, September 2013

Mit den ausschließlich menschlichen Fähigkeiten Gehen, Sprechen und Denken erhebt sich der Mensch über das Tierreich. Sie sind ihm aber nicht von Natur aus gegeben, sondern müssen in der frühen Kindheit mühsam entwickelt werden. Ein Entfaltungsbericht...

Lesen Sie weiter unter: Errungene Freiheit, Erziehungskunst Sept13


Metamorphosen des Gehens, Sprechens und Denkens

Von Alain Denjean, September 2013

Bevor der Mensch im Lauf seines dritten Lebensjahres zu sich selber »Ich« sagen kann, hat er mit großem Kraftaufwand intuitiv drei Fähigkeiten zum Keimen gebracht, die bedeutsam sind für sein ganzes Leben. Diese sind das Gehen, Sprechen und Denken...

Lesen Sie weiter: Metamorphosen, Erziehungskunst Sept13


Die Engel helfen mit. Gehen, Sprechen, Denken aus medizinisch-therapeutischer Sicht

Von Christoph Meinecke, September 2013

In den ersten drei Lebensjahren werden die drei menschlichen Grundfähigkeiten des Gehens, Sprechens und Denkens ausgebildet. Sie stellen die Voraussetzung für die Entwicklung individueller Handlungs-, Beziehungs- und Erkenntnisfähigkeit dar. Werden sie gestört, unzeitgemäß und mit Stress und Druck gefördert, sind oft schwerwiegende Erkrankungen im Jugend- und Erwachsenenalter die Folge...

Weiter unter: Die Engel helfen mit, Erziehungskunst Sept13


"Ähs" und "Hms" helfen Kleinkindern beim Sprechenlernen

Verzögerungslaute signalisieren Wichtigkeit der folgenden Worte Rochester (USA) - Wenn der Nachwuchs sprechen lernt, müssen die Eltern nicht reden wie gedruckt. Im Gegenteil: Das ein oder andere "Äh" im Sprachfluss liefert den Kindern wichtige Hinweise zum Lernen, haben US-Forscher in Experimenten mit Kleinkindern beobachtet. Die Kleinen lernen dann neue Namen von Dingen sogar effizienter. Denn mit dem stockenden Suchen - etwa: "schau, da ist eine ... äh ... Giraffe" - signalisieren die Eltern gleichzeitig, dass wohl gleich etwas Neues kommt. Ihre Studie beschreiben die Kognitionswissenschaftler im Fachblatt "Developmental Science"...

Lesen Sie weiter unter: Wissenschaft-aktuell vom 18.04.11

Buchtipp: Handbuch Sprachförderung durch Bewegung


Ich frage, also bin ich

Von Henning Köhler

Der Mensch ist in der ersten Zeit seines Lebens ganz auf Frage eingestellt. Man beachtet diesen Umstand kaum. Sonst hätte der Streit um das Ich längst eine andere Wendung genommen, denn nur ein Ich kann sich fragend zur Welt verhalten. Und das tun zweifellos schon neugeborene Kinder. Ichlos existieren, heißt fraglos existieren. Unsere Katze existiert fraglos. Manchmal beneide ich sie darum. Aber der Mensch ist anders. Er kommt zu sich, weil sich ihm die Welt als Frage-Raum öffnet...

Lesen Sie mehr unter:

Ich frage, also bin ich, Erziehungskunst Juni 2011


21. Februar: Tag der Muttersprache

Egal, wo wir leben und arbeiten: Unsere Muttersprache ist wichtig. Denn haben wir sie nicht richtig gelernt, dann fehlen uns wichtige Grundlagen für unsere Persönlichkeit, aber auch für das Erlernen weitere Sprachen. Der Tag der Muttersprache soll daran erinnern.

Spracherwerb beginnt am Wickeltisch. Schon wenige Monate alte Säuglinge erkennen die typischen Laute und die Sprachmelodie ihrer Muttersprache. Denn jede Sprache besitzt einen jeweils eigenen Laut-Code, im Chinesischen kommt es beispielsweise entscheidend auf die auf- oder absteigende Tonhöhe der Silben an, im Deutschen spielt diese Melodie dagegen kaum eine Rolle.  Säuglinge reagieren schon kurz nach der Geburt auf die für ihre Sprache typischen Laute, wie Studien zeigen...

Lesen Sie weiter unter: www.wissen.de vom 22.02.14


Die verborgenen Wirkungen der Sprache im Kindergarten

von Martin Georg Martens und Sabine Schäfer

Die verborgenen Wirkungen der Sprache im KindergartenWomit gehe ich um, wenn ich spreche, und was bewirkt meine Sprache im Kind? Dieser Frage gehen Martin Georg Martens und Sabine Schäfer nach. Sie machen das Sprachgut bewusst, mit dem ErzieherInnen und Eltern umgehen, und sie verdeutlichen die Wirkungen der Sprache in den Geschichten und Versen. Dadurch werden die pädagogischen Kunstgriffe möglich, mit denen man die Sprachmittel gezielt in jeder Situation einsetzen kann.

Lesen Sie mehr unter: Die verborenen Wirkungen der Sprache... 


Sprache statt Schnuller!

Alte Kinderreime neu entdeckt

Von Heide Mende-Kurz

Verlag Johannes M. Mayer
ISBN 13: 978-3-86783-020-1

Warum hat der Schnuller fast in jeder jungen Familie eine so magische Anziehungskraft für Eltern und Säugling?

Er hält das Kind zufrieden und still und schont die Nerven der Erwachsenen. Bis ca. zum 6. Lebensmonat in der Kindesentwicklung sprechen wir vom Säugling. In dieser Zeit wird das Kind saugend ernährt, d.h. es wird gestillt oder bekommt die Nahrung aus dem Fläschchen mit dem aufgesetzten Sauger/Schnuller. Aber dann ab sechs Monaten sitzt das Kind bereits im Stühlchen und die Lage der Zunge bildet jetzt eine Waagerechte zur Senkrechten der (oberen) Wirbelsäule. Die ersten Zähne kommen, die das sichtbare Zeichen dafür sind, dass das Säuglingsalter vorbei ist und das Kind jetzt lernen muss, aus der Tasse zu trinken und mit Löffel die Nahrung aufzunehmen...

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