Wie entsteht Gesundheit?

Gesundheit ist nicht gleichzusetzen mit Abwesenheit von Krankheiten, bedingt z. B. durch Kinderkrankheiten, Verletzungen, Ansteckungen, genetisch bedingten Ursachen. Kinder können auch an ihren Lebensumständen erkranken. Schon kleine Kinder fühlen sich vereinsamt, weil ihnen die liebevolle Bezugsperson fehlt, Geschichten hören sie vielleicht ausschließlich von einem Kassettenrecorder oder verbringen schon als Kleinkinder viel Zeit vor dem Fernseher. Fehlende Ansprache, fehlendes Vorbild führt auch häufig zu einer gestörten Sprachentwicklung, was wiederum die Kommunikation erschwert. Die allgemeine Reizüberflutung in der heutigen Zeit beeinträchtigt den gesunden und tiefen Schlaf vieler Kinder, eine ungesunde und unregelmäßige Ernährung tut ein Übriges.

Der Waldorfkindergarten bemüht sich darum, den Tagesablauf so zu gestalten, dass all diese Störfaktoren möglichst ausgeschaltet werden: Liebevolle Zuwendung durch die Erzieher, Mittagsruhe oder Mittagsschlaf für die kleinen Kindergarten- und vor allem die Krippenkinder, gesunde Ernährung zu den gemeinsamen Mahlzeiten mit Lebensmitteln aus biologischem Anbau, und das alles in einer ruhigen und fröhlichen Essensatmosphäre.

Salutogenese

Was heißt Salutogenese? Das Entstehen von Gesundheit, das Gesundwerden. Jeder Mensch verfügt über Kräfte, um Krankheit abzuwenden oder zu überwinden. Und zum Salutogenese-Konzept gehört auch das, was man „Kohärenz" nennt. Das Kohärenzgefühl stellt sich ein, wenn der Mensch, das Kind, die wichtigsten Vorgänge in seinem Umfeld versteht, die Sinnzusammenhänge begreift. Dadurch werden Situationen handhabbar, ein Eingreifen, die Möglichkeit, selber Veränderungen herbeizuführen, werden geschaffen. Dies wiederum gibt dem Kind ein grundlegendes Sicherheitsgefühl.

Wird das kleine Kind dagegen überfrachtet mit Reizen und frühzeitig kongnitiv-intellektueller Ansprache und einer große Menge an Faktenwissen und Fertigkeiten, die nicht altersgemäß sind, ist dies für die gesunde Entwicklung des kleinen Kindes kontraproduktiv. Aus diesem Grunde wird im Waldorfkindergarten versucht, Wissen und Können vor allem in überschaubaren, alltagspraktischen Lebenszusammenhängen und emotional motivierenden Situationen zu vermitteln. Dieser direkte Realitätsbezug wirkt gesundend auf das Kind - z. B. in der Natur, bei der Gartenarbeit, während des Malens mit Wasserfarben, beim Musizieren, Singen, dem Reigen, in der Eurythmie und bei den Hauswirtschaftlichen Tätigkeiten. Dies alles gibt dem Kind Sicherheit und stärkt seine Gesundheit.

Lesen Sie mehr zum Thema in dem Artikel: „Salutogenese - ein neuer Blick auf Mensch und Welt, Gespräch mit dem Arzt Jürgen Schürholz" aus der Zeitschrift DieDrei.
Pdf: Die Drei: Salutogenese

und:

Pdf: Salutogenese und Kohärenzgefühl in der Praxis
(Referat gehalten anlässlich des Treffens der Arbeitsgruppe Salutogenese (neu: Entwicklungsbegleitung) der GAIMH, September 2005 in Hamburg.)

Was die Kinder im Kindergarten gesund macht

Erziehungskunst Ausgabe Juli/August 2010, von Philipp Gelitz, Juli 2010

Wie kann der Alltag im Waldorfkindergarten die Gesundheit der Kinder nachhaltig fördern? Diese Frage ist eine Kernfrage der anthroposophischen Pädagogik für kleine Kinder. Schon lange, bevor Salutogenese als Begriff in die fachliche Diskussion Eingang gefunden hat, war das Ziel der Waldorfpädagogik die Gesundheit des Leibes als Grundlage für die Gesundheit von Seele und Geist. Aber wie macht man das? Der Waldorferzieher Philipp Gelitz gibt Auskunft.

Lesen Sie den Artikel hier.

Die anderen Artikel zum Thema in der aktuellen Erziehungskunst sind:

Thema: Salutogenese


Pädagogik, Medien und Salutogenese

Im Gespräch mit Dr. Rainer Patzlaff, Leiter des Instituts für Pädagogik, Sinnes- und Medienökologie (IPSUM) und Professor für Kindheitspädagogik an der Alanus Hochschule, über gesunde Schule, den richtigen Zeitpunkt für die Einschulung und den Umgang mit neuen Medien...

Weiter unter: Pädagogik, Medien und Salutogenese, Erziehungskunt, Febr.12


Alltagsregeln für einen gesunden Lebensstil

Besonders jungen Eltern fällt es schwer, ihren Kindern Wünsche abzuschlagen und Regeln durchzusetzen. »Ich musste als Kind immer essen, was auf den Tisch kam. Ich will meinen Kindern mehr bieten und versuchen, alles zu ermöglichen, was sie gerne möchten«, so eine Mutter im Rahmen einer Befragung der »Plattform Ernährung und Bewegung« (peb). peb ist eine bundesweite Initiative mit dem Ziel, eine gesunde Lebensweise mit ausgewogener Ernährung und mehr Bewegung bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Der Fokus der Familienstudie »Junge Eltern« liegt darauf, Lebensstile und Gesundheitsbewusstsein in jungen Familien zu beleuchten und den Einfluss der Familie auf Ernährung und Bewegung insbesondere in der frühen Phase der Kindheit zu untersuchen. 

Lesen Sie weiter unter: Erziehungskunst, Dezember 2010


Sanfte Wickel für Kinder

Von Elisabeth Menzel, April 2012

Wenn kleine Patienten krank sind, brauchen sie eine sanfte und gleichzeitig wirksame Therapie. Mit Wickeln, Auflagen und Ein-­reibungen lassen sich leichte Beschwerden bei Kindern gut behandeln. Wärmende Salben helfen bei kalten Füßen, kühlende Auf­-lagen bei Fieberschüben. Gesundend wirken aber nicht nur die verwendeten Präparate und Methoden, sondern auch die liebevolle Hinwendung des Pflegenden...

Weiter hier: Erziehungskunst April 2012


Wohltuende Nebenwirkungen alter Hausmittel

Von Andrea Käufer, Sabine Rahner, September 2012

Die stürmischen und nasskalten Herbsttage markieren alljährlich den Startschuss für die immer wiederkehrende Erkältungswelle. Hüstelnde und fiebernde Kinder brauchen jetzt besondere Zuwendung und Pflege – eine zusätzliche Herausforderung für die Familie. Auch wenn kranke Kinder unseren wohl organisierten Alltag durcheinander bringen, so birgt diese erzwungene Pause eine wertvolle Chance, inne zu halten.

Lesen Sie weiter: Erziehungskunst September 2012


Neurodermitis – eine Krankheit unserer Zeit

Von Lüder Jachens, Oktober 2012

Immer mehr Kinder und Jugendliche erkranken an Neurodermitis. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Luft, Wasser und Nahrungsmittel sind stärker mit Schadstoffen belastet als früher. Dazu kommt die weit verbreitete Überwachheit und Nervosität.

Weiter unter: Erziehungskunst Oktober 2012


Wie ernähre ich mein Kind richtig?

Von Petra Kühne, Oktober 2012

Heutzutage soll nicht nur das Kind richtig ernährt, sondern es sollen auch ökologische, regionale und soziale Bedingungen beim Kauf der Lebensmittel beachtet werden. Was für eine Aufgabe für Eltern, die ja keine Ernährungsfachleute sind und die von der Industrie hören, wie gut und maßgeschneidert die Produkte für ihr Kind seien! Da wäre es gut, wenn in diesem Artikel stünde, was die richtige Ernährung für das Kind ist. Der Leser ahnt es: Es gibt nicht die richtige Ernährung für alle Kinder. Aber es lassen sich Grundlinien darstellen...

Lesen Sie weiter unter: Erziehungskunst 2012, Wie ernähre...


Reiseapotheke für Kinder

Von Natascha Hövener, Juli 2013

Marie verletzt sich beim Spielen am Strand, Jannis fällt vom Rad, Paul bekommt plötzlich Fieber – auch im Urlaub liegen bei Kindern Gesundheit und Krankheit oft nah beieinander. Deshalb lohnt es sich, eine Reiseapotheke für Kinder zusammenzustellen, um bei Bagatellerkrankungen und leichten Unfällen schnell und unkompliziert Hilfe leisten zu können. Dennoch: Bei heftigen und länger andauernden Beschwerden sollte auch auf Reisen unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Erziehungskunst Juli13


Nachrichten: Hebammen sorgen für natürliche Geburt

August 2013

Eine Metaanalyse von rund 16.000 Schwangerschaften zwischen 1989 und 2011 in einer Reihe von Ländern der Nordhalbkugel belegt, dass Frauen, die von Hebammen begleitet werden, weniger Frühgeburten und Kaiserschnitte erleiden. Die Metaanalyse, die 13 Studien auswertet, wurde von der Cochrane Collaboration durchgeführt, einer gemeinnützigen Organisation, die medizinisches Wissen verfügbar macht...

Weiter: Hebammen


Musik beruhigt kranke Kinder

Schlaflieder können Schmerzen lindern

Wiegenlieder gehören schon seit Jahrtausenden zu den beliebtesten Einschlafritualen für Kinder. Doch diese beruhigenden Melodien haben offenbar noch einen zusätzlichen Effekt auf junge Patienten...

Weiter: Musik..., Focus vom 26.11.13


Frühkindliche Ernährung – zu viel Proteine sind schlecht fürs Kind

März 2014

Der Proteingehalt in der Säuglingsnahrung beeinflusst Körpergewicht und BMI der Kinder noch Jahre später. Das konnten LMU-Forscher um Berthold Koletzko in einer neuen Studie nachweisen...

Lesen Sie weiter: Erziehungskunst Mrz14, Frühkindliche Erhährung


Ernährung und Gehirn

Mai 2014

Dass die Ernährung Einfluss auf die Figur hat, ist jedermann bekannt. Dass ihre Zusammensetzung aber auch Auswirkungen auf das Gehirn hat, dürfte nur wenigen bekannt sein, auch wenn es auf der Hand liegt, kommt doch, was wir als Nahrung aufnehmen, dem gesamten Organismus zugute. Nichtsdestotrotz nutzt die Medizin schon seit Jahrzehnten den Einfluss der Ernährung für die Therapie von Epilepsiepatienten. Zurzeit laufen in Lübeck Versuche, spezielle Diätformen für die Behandlung von Alzheimer und anderen neurodegenerativen Erkrankungen zu entwickeln...

Weiter: Erziehungskunst Mai14, Ernährung und Gehirn


Hochsensible Kinder

Von Dörthe Huth, Mai 2014

Fast ein Fünftel aller Menschen ist hochsensibel. Bereits im Kindesalter zeigen Hochsensible besondere Fähigkeiten und Bedürfnisse. Im Zusammenleben und in der Zusammenarbeit mit ihnen ist es daher wichtig, eigene feste Vorstellungen vom Lernen und vom sozialen Miteinander hinter sich zu lassen. Dörthe Huth, Psychologische Beraterin und Supervisorin, beschreibt dieses neue Phänomen.

Hier geht es weiter: Erziehungskunst Mai14, Hochsensible Kinder


Kinder schützen mit Homöopathie – ein praktischer Ratgeber

Von Christa Leßmann-Fischer, Juni 2014

Immer wieder geraten Waldorfschulen in den Blick der Öffentlichkeit durch ihre hohe Wertschätzung von Entwicklungsprozessen, die Kinderkrankheiten den Kindern bieten. Da kommt das vorliegende Buch gerade richtig. In kompakter Form finden alle Interessierten konkrete Anleitungen zur Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten durch homöopathische Mittel wie z.B. Masern, Windpocken oder Röteln (inklusive Rötelnschutz für Schwangere) nebst Erfahrungsberichten. Die Tabelle der Kinderkrankheiten und ihrer jeweiligen homöopathischen Schutzmittel gibt einen schnellen Überblick. Die Aufmachung ist übersichtlich und praktikabel: Blaue Reiter und ein Stichwortverzeichnis führen schnell zum Gesuchten...

Weiter: Erziehungskunst Juni 2014, Buchbesprechung Homöopathie


Zitate: Gesundheit und Krankheit